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AhmadineDschihad / Holocaustleugner
Iran will "Holocaust-Konferenz" im Dezember PDF Drucken E-Mail
redok   
28.08.2006
Teheran. Der Iran will im Dezember eine zweitägige internationale Konferenz abhalten, die offenbar die Leugnung des Holocaust durch den iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad untermauern soll. Die Tagung in der iranischen Hauptstadt Teheran soll nach Berichten iranischer Zeitungen am 11. Dezember beginnen, dem internationalen Tag der Menschenrechte.

Die Konferenz unter dem Titel "Studien über den Holocaust - weltweite Perspektive" soll von einem Zentrum für internationale und politische Studien veranstaltet werden, das dem iranischen Außenministerium untersteht. Als Tagungsthemen wurden genannt: "Die Gründe für den Antisemitismus in Europa", "Der Holocaust vom Gesichtspunkt historischer Dokumente aus", "Der Holocaust, die Gesetze und die Medien" sowie "Der Holocaust und der Zionismus".

Mit der Tagung solle ein "ein günstiges Klima geschaffen werden, in dem Wissenschaftler verheimlichte und nicht wahrgenommene Aspekte des wichtigsten Themas des 20. Jahrhunderts präsentieren können", heißt es in einer Erklärung des Zentrums. Tagungsbeiträge sollen bei den Veranstaltern per E-Mail eingereicht werden.

Mahmud Ahmadinedschad hatte wiederholt den Holocaust geleugnet und den europäischen Staaten vorgeworfen, mit Hilfe des "Mythos" vom Holocaust die Gründung Israels erzwungen zu haben. Ein Präsidentenberater sagte, Ahmadinedschad fordere das Recht ein, die Angaben über die Zahl der Holocaustopfer zu hinterfragen.

Welche "Forscher" der Mullah-Staat zu der Konferenz einladen will, ist derzeit nicht bekannt. In Frage kommen vor allem westliche Holocaustleugner, bei denen Teheran ein durchaus beliebter Ort ist:

  • der Australier deutscher Herkunft Frederick Toben reiste im Dezember 1999 nach seiner Verurteilung wegen Volksverhetzung in Deutschland in den Iran und hielt dort holocaustleugnende Vorträge, wie auch erneut im März 2006,
  • der in mehreren westeuropäischen Ländern wegen Volksverhetzung und Rassendiskriminierung verurteilte Schweizer Holocaustleugner Jürgen Graf hielt sich im Jahr 2000 zeitweise in Teheran auf,
  • der ebenfalls wegen Volksverhetzung verurteilte Nürnberger Neonazi Gerhard Ittner behauptete im Januar 2006, sich im "politischen Exil im Iran" aufzuhalten.

Dem notorischen Antisemiten Horst Mahler war ebenfalls im Januar 2006 für ein halbes Jahr der Reisepass entzogen worden, um ihn an der Teilnahme an der bereits damals angekündigten Holocaustleugnungs-Konferenz zu hindern.