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Rechte Gewalt / Europa
Rechtsextreme Rucksackbomber in Flandern PDF Drucken E-Mail
redok   
07.09.2006
Brüssel. Die belgische Polizei hat heute 17 Rechtsextreme festgenommen, die terroristische Anschläge vorbereitet hatten. Zehn der Festgenommenen gehören der belgischen Armee an. Gefunden wurden rechtsextreme Propaganda, Waffen und Sprengstoff, darunter eine einsatzfertige Rucksackbombe, die stark genug gewesen sei, um einen Wagen in die Luft zu sprengen.

Die Razzien fanden in in fünf Kasernen und 18 Privatwohnungen in Ost-Flandern, Limburg und Antwerpen statt. Sichergestellt wurden Emails, die auf eine organisierte Gruppe innerhalb der Armee schließen ließen; deren Ziel sei es gewesen, "Belgiens Grundfeste" zu destabilisieren.

Laut Angabe der Staatsanwaltschaft in Dendermonde wurde auch ein vorgefertigtes Bekennerschreiben gefunden. Einer der Soldaten soll die Gruppe unter anderem mit Schießübungen auf einem Militärgelände trainiert haben. Der Anführer habe seit 2004 eine neonazistische Geheimorganisation aufgebaut und einen intensiven Waffenhandel betrieben. Nach belgischen Medienberichten ist der Mann, ein Soldat aus der Garnisonsstadt Leopoldsburg (Provinz Limburg), Mitglied der rabiat-antisemitischen Nazigruppe "Bloed, Bodem, Eer en Trouw" (BBET, Blut-Boden-Ehre-Treue), einer Abspaltung der internationalen Nazi-Skinhead-Organisation "Blood and Honour".

Die Fahnder hatten die Gruppe bereits seit zwei Jahren unter Beobachtung. Einen Hinweis auf die konkrete Planung eines Anschlags fanden sie nicht, aber der Waffenhandel habe ein derartiges Ausmaß angenommen, dass die Behörden nicht länger mit einem Zugriff warten konnten, erklärte ein Bundes-Staatsanwalt.

Die Neonazi-Terrorgruppe habe auch internationale Kontakte geknüpft, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zu diesen Kontakten gehörte die niederländische "Nationale Alliantie" (Nationale Allianz). Die "Nationale Alliantie" ist gemeinsam mit der deutschen NPD Mitglied in der Dachorganisation "Europäische Nationale Front".