| NPD / Immobilien | |||
| NPD will nun auch ins Delmenhorster Hotel |
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| redok | |
| 19.09.2006 | |
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Berlin. Ein "strategisches Interesse" an dem umkämpften Hotel in Delmenhorst hat der NPD-Vorsitzende Udo Voigt bekundet. Bisher war als Kaufinteressent für das 200-Betten-Hotel in Innenstadtlage allein der Neonazi Jürgen Rieger genannt worden, der erst vor zwei Wochen seinen Eintritt in die NPD verkündet hatte. Dem Berliner Tagesspiegel sagte Voigt: "Wir sind seit langem auf der Suche nach einem geeigneten Projekt, wo wir unsere Parteitage und Schulungen abhalten können. Das Hotel wäre ideal für uns."
Die Stadt Delmenhorst hatte das Hotel in ein Sanierungsgebiet einbezogen und damit ein Vorkaufsrecht geltend gemacht. Der Hotel-Eigentümer Günter Mergel hatte 3,4 Millionen Euro für das leer stehende Hotel gefordert, die Stadt wollte zuletzt jedoch nur 2,5 Millionen zahlen. Gestern hatte Mergel bekannt gegeben, dass er das Gebäude an eine "Hotel im Stadtpark GbR" übertragen habe, die jedoch im alleinigen Eigentum von Günter Mergel selbst ist. Damit wollte Mergel das Vorkaufsrecht der Stadt aushebeln, der er gestern jedoch auch einen ermäßigten Kaufpreis von 3 Millionen anbot. Unterdessen scheint bei der Stadt der Wille zu wachsen, die dazu noch fehlenden 500.000 Euro über eine städtische Gesellschaft aufzubringen. Laut Gutachten ist die Immobilie nur 1,3 Millionen wert, sie ist jedoch mit Schulden in Höhe von 1,9 Millionen belastet. Rieger hatte im Zusammenhang mit seinem NPD-Parteieintritt gleich ankündigen lassen, schon im November als stellvertretender Parteivorsitzender zu kandidieren. Ein vollzogener Kauf des umstrittenen Hotels wäre eine gewichtige "Morgengabe" Riegers für einen NPD-Parteitag.
Das jetzt angekündigte NPD-Interesse an dem Hotelbau dürfte die Entscheidungsfindung der Stadt Delmenhorst noch beschleunigen. In den vergangenen Wochen war immer wieder spekuliert worden, ob das öffentlichkeitswirksam vorgebrachte Kaufinteresse Riegers überhaupt ernst gemeint sei und nicht eher als Druckmittel gegenüber der kaufunwilligen Stadt dienen sollte. |