start arrow report arrow Kripo-Beamter wegen Diskriminierung von Sinti und Roma versetzt
Antiziganismus
Kripo-Beamter wegen Diskriminierung von Sinti und Roma versetzt PDF Drucken E-Mail
mk   
05.11.2005
Fürth. Das bayerische Innenministerium hat einen Fürther Kriminalbeamten wegen eines antiziganistischen Leserbriefes in einer Polizei-Zeitschrift versetzt.

Der stellvertretende bayerische Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (bdk) Peter Lehrieder ist von seinen bisherigen Aufgaben entbunden worden. In einem in der Oktober-Ausgabe der bdk-Zeitschrift "der kriminalist" erschienenen Leserbrief soll Lehrieder, der auch Mitglied des Arbeitskreises Polizei in der CSU ist, einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 04.11.2005 zufolge Sinti und Roma als "Made im Speck der bundesrepublikanischen Wohlfahrtsgesellschaft" bezeichnet haben, die sich "die Legitimation für Diebstahl, Betrug und Sozialschmarotzerei ohne jedes schlechte Gewissen aus dem Umstand der Verfolgung im 3. Reich" nehme.

Der Sachverhalt sei der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgelegt worden, teilte das Bayerische Staatsministerium des Innern am 03.11.2005 mit. Daneben seien disziplinarrechtliche Vorermittlungen eingeleitet worden. Die pauschale Kriminalisierung einzelner Bevölkerungsgruppen wie hier der Sinti und Roma sei auf keinen Fall akzeptabel. Laut Zeitungsangaben soll der Fall auch im CSU-Arbeitskreis Polizei untersucht werden.

Die Beamten-Äußerungen hatten beim Zentralrat der Sinti und Roma für scharfen Protest gesorgt, der die sofortige Suspendierung des Fürther Kriminalbeamten gefordert hat.