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Neonazis / Rechte Gewalt
Soko Rex hebt Waffenlager bei Neonazis aus PDF Drucken E-Mail
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19.01.2004
Bautzen. Beamte der Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) haben bei einer bundesweiten Durchsuchungsaktion in der rechtsextremen Szene ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt, darunter auch 500 Gramm des hochexplosiven Sprengstoffs TNT (Trinitrotoluol). Ein 26 Jahre alter Mann aus dem sächsischen Hoyerswerda wurde vorläufig festgenommen, wie die Polizei in Bautzen am Freitag berichtete. Die Aktion habe am Donnerstag vom Morgen bis zum Nachmittag gedauert. Bundesweit seien 72 Beamte im Einsatz gewesen: In Hoyerswerda, im baden-württembergischen Ludwigsburg und in Großräschen im Süden Brandenburgs.

Bei einem ehemaligen Bundeswehrsoldaten (24) entdeckten die Fahnder 500 Gramm TNT, Zünder und Munition. Gegen den Ex-Soldaten, der das TNT aus der Kaserne gestohlen hatte, wurde Haftbefehl wegen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz beantragt. Es wurden 2500 Stück Munition, Munitionsmagazine, Übungsgranaten und vier aus Tschechien illegal eingeführte Waffen beschlagnahmt. Auch ein Computer und Datenträger seien sichergestellt worden. Neben mehreren Wohnungen wurde in Hoyerswerda auch eine Gaststätte durchsucht, die seit Jahren als Treffpunkt Rechtsextremer diene. Bei der Durchsuchung in Großräschen wurde laut Polizei nichts gefunden.

In den vergangenen Jahren wurde wiederholt TNT in der rechtsextremen Szene sichergestellt. Der bisher größte Fund mit insgesamt 27 Kilogramm wurde 1995 bei Peter Naumann gemacht, der das Waffenlager bereits vierzehn Jahre zuvor mit dem Forstwirtschaftsmeister Heinz Lembke aus Oechtringen bei Uelzen angelegt hatte. Bei der inzwischen verbotenen rechtsterroristischen Vereinigung "Skinheads Sächsische Schweiz" waren es mehr als zwei Kilo. Im vergangenen Jahr wurde bei Mitgliedern der "Kameradschaft Süd - Aktionsbüro Süddeutschland (AS)" 1,7 Kilogramm TNT sichergestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Neonazis einen Anschlag auf das im Bau befindliche Jüdische Zentrum am Münchner Jakobsplatz geplant hatten.