start arrow report arrow Neonazi-Sänger verstärkt die NPD
NPD / Neonazis
Neonazi-Sänger verstärkt die NPD PDF Drucken E-Mail
ir   
14.10.2004
Berlin. Der Sänger der Skinhead-Band "Landser", die gerichtlich als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde, ist in die NPD eingetreten. Der 38jährige Michael Regener wurde erst im Dezember letzten Jahres zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt.

Das Berliner Kammergericht hatte drei Mitglieder der Band wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Propagandadelikten verurteilt. Nach dem Eintritt der drei Neonazis Thomas "Steiner" Wulff, Thorsten Heise und Ralph Tegethoff hat die NPD nun mit Regener eine weitere Identifikationsfigur der Skinhead- und Kameradschafts-Szene an sich binden können und sich weiter zu extremen Neonazis geöffnet.

Die Band "Landser" wurde bereits im Verbotsantrag gegen die NPD mit positiven Äußerungen über die NPD zitiert: "Das Verdienst der NPD ist im Moment, die freien Kräfte zu vereinen ... Die NPD ist die einzige überhaupt noch wählbare Partei". Innerhalb der rechtsextremen Skinhead-Szene genoss die Band mit ihren hasserfüllten und unverhohlen zu Gewalt aufrufenden Texten Kultstatus. Im August 1999 hatten sieben Neonazis zwei Vietnamesen fast totgetreten und dabei den Landser-Refrain "Fidschi, Fidschi, Gute Reise" skandiert. Die Bundesanwaltschaft hatte damals aufgrund dieser Gewalttat die Ermittlungen gegen die "Terroristen mit E-Gitarre", wie sich das "Landser"-Trio gerne selbst bezeichnete, eingeleitet.