| NPD / Neonazis | |||
| NPD verstärkt sich durch prominente Parteieintritte |
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| ir | |
| 21.09.2004 | |
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Berlin. Kurz vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hat sich die NPD durch Parteieintritte verstärkt. Ihren Eintritt in die Partei erklärten drei bekannte Aktivisten aus der Szene der sogenannten "freien Nationalisten" und die ehemalige sächsische Landesvorsitzende der Republikaner.
Bereits am 11. September hatten sich Thomas "Steiner" Wulff, Thorsten Heise und Ralph Tegethoff mit NPD-Funktionären zu Gesprächen über den Eintritt getroffen. Wie wichtig der NPD dieses Treffen war, zeigt die Besetzung der Parteidelegation: mit dem Bundesvorstandsmitglied und sächsischem Spitzenkandidaten Holger Apfel und dem Bundesvorsitzenden der NPD Udo Voigt standen den drei Neonazis hochrangige Gesprächspartner zur Verfügung. Die drei Neu-NPDler erklärten, mit ihrem Eintritt "dem großen Ziel einer umfassenden 'Volksfront von Rechts'" näher kommen zu wollen. Am Samstag vor dem Wahltag erklärte die sächsische Landesvorsitzende der Republikaner, Kerstin Lorenz, ihren Austritt aus der REP-Partei und ihren Beitritt zur NPD. Gegen Lorenz hatte die REP-Parteispitze ein Ausschlussverfahren eingeleitet, weil sie eigenmächtig die REP-Wahlliste zur Landtagswahl zurückgezogen und zur Wahl der NPD aufgerufen hatte. Auf rechtsextremen Internetseiten wurden die Übertritte in Verbindung mit politischen und beruflichen Perspektiven gebracht. So wurde etwa über die drei "freien Nationalisten" berichtet, sie sollten einen Sitz im Bundesvorstand der Partei bekommen; Thomas "Steiner" Wulff soll sogar eine Stelle beim NPD-Verlag "Deutsche Stimme" zugesagt worden sein. Wulff, ein enger Weggefährte von Christian Worch, war Anführer der verbotenen "Nationalen Liste" und gilt vor allem in Norddeutschland als Führungsfigur der rechtsextremistischen Szene. Thorsten Heise war Landesvorsitzender der ebenfalls verbotenen "Freiheitlichen Arbeiterpartei" (FAP) in Niedersachsen und ist durch seine Geschäfte mit rechtsextremen Musik-CDs und Szenekleidung bekannt. Ralph Tegethoff soll ebenfalls früheres FAP-Mitglied sein und der "Kameradschaft Rhein-Sieg" angehören. |