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Volksverhetzung: Vize-Vorsitzender der NPD in NRW zu einem Jahr Haft verurteilt PDF Drucken E-Mail
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17.02.2005
Bochum. Zu einem Jahr Haft auf Bewährung hat das Landgericht Bochum heute den stellvertetenden Landesvorsitzenden der NPD, Claus Cremer, verurteilt. Cremer hatte während der Demonstration gegen den Bau der Synagoge in Bochum mit Lügen über den Talmud gegen Juden gehetzt.

In einer Rede während der Demonstration am 26. Juni 2004 hatte Cremer gesagt, das jüdische religiöse Hauptwerk Talmud erlaube den Juden, mit dreijährigen Mädchen straffrei Sexualverkehr zu haben. Tatsächlich befasst sich der Abschnitt des Talmud jedoch mit der Strafbarkeit von Kindesmissbrauch und nicht mit Straflosigkeit. Cremer hatte wörtlich gesagt: "Wenn so etwas in Synagogen gelehrt wird, will ich weder in Bochum noch sonst irgendwo auf der Welt eine Synagoge haben."

Ein Ermittlungsverfahren gegen Cremer war von der Bochumer Staatsanwaltschaft noch am Tage der Demonstration eingeleitet worden, die nach mehrfachem Verbot durch Gerichte schließlich vom Bundesverfassungsgericht zugelassen worden war. Die Anklage hatte in dem Verfahren 18 Monate Haft gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die Strafe wurde für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Cremer kandidiert auf Platz drei der NPD-Wahlliste zu den Landtagswahlen Nordrhein-Westfalen, die im Mai stattfinden.

Zu den seit Jahrhunderten immer wieder vorgebrachten antisemitischen Lügen über den Talmud und die jüdische Religion hat das "Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung" (DISS) heute eine Webseite mit einer umfangreichen Dokumentation externer LinkGefälschte Talmud-Zitate vor Gericht veröffentlicht, mit der Widerlegungen derartiger antisemitischer Lügen vor allem aus dem 19. Jahrhundert zur Verfügung gestellt werden.