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Dubioses
"Lebendige" Kapitalismuskritik bei der IG Metall PDF Drucken E-Mail
mk   
09.05.2005
Frankfurt/Main. Nachdem SPD-Parteichef Franz Müntefering mit seinem Vergleich von "manchen Finanzinvestoren" mit "Heuschreckenschwärmen" Kontroversen über Nazi-Vokabular und den Antisemitismusgehalt in derartiger Kritik ausgelöst hatte, übt die IG-Metall nun ihrerseits "lebendige" Kapitalismuskritik.

Das IG-Metall-Monatsmagazin trägt im Mai den Titel "Die Aussauger - US-Firmen in Deutschland". Illustriert ist diese "amerika-kritische Kapitalismuskritik" des Kölner Publizisten Werner Rügemer bereits auf dem Titelbild mit einer aggressiv grinsenden Mücke, die zur Kennung als US-amerikanischer "Plünderer" einen Zylinder mit "Stars and Stripes" zieht.

Titel IG-Metall-Magazin Mai 2005

IG-Metall-Chef Jürgen Peters verteidigte die umstrittene Karikatur mit der "Freiheit der Kunst" und verwahrte sich gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit. Er erinnerte daran, dass Gewerkschafter in der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern gesessen hätten.

Ein klärendes Wort in der Debatte um Münteferings "Kapitalismuskritik" hat übrigens  schließlich der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion gefunden. Der Vergleich von "ausbeuterischen Unternehmensplünderern" mit Heuschrecken sei "in jeder Hinsicht inakzeptabel", befand der Goslarer Bundestagsabgeordnete Wilhelm Priesmeier: "Die Heuschrecke hat, wie manch anderes Tier auch, völlig zu Unrecht ein schlechtes Image."