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NPD / Neonazis
Braunes "Heldengedenken" PDF Drucken E-Mail
redok   
21.11.2006
Berlin. Abseits des Neonazi-"Heldengedenkens" in Brandenburg, das von Halbe nach Seelow verlegt worden war, haben Rechtsextremisten am vergangenen Sonntag in einer Reihe von Orten demonstrative Veranstaltungen organisiert oder an offiziellen Anlässen zum Volkstrauertag teilgenommen. An einigen Orten konnten sie sogar ungestört in der Nachbarschaft von Polizei und Militär auftreten.

In Rosenheim (Bayern) waren Rechtsextreme im Rahmen der von der Stadt organisierten offiziellen Kundgebungen zunächst nicht aufgefallen. Dennoch konnte die HIAG (Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS e.V.) an den Soldatengräbern auf dem städtischen Friedhof einen Kranz ablegen, der direkt neben dem Gebinde der Bundespolizei platziert wurde.

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Kränze in Rosenheim: SS-Veteranen neben der Bundespolizei

Auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne im Landkreis Celle (Niedersachsen) fand auf dem Soldatenfriedhof eine offizielle Gedenkfeier statt. Neben den Teilnehmern dieser Feier hatten sich jedoch auch 45 Neonazis aus Niedersachsen und Hamburg an dem Friedhof in Lohheide/Bergen eingefunden, der nahe der Gedenkstätte für das Konzentrationslager Bergen-Belsen liegt. Die Nazi-Truppe wurde vom Leiter des NPD-Ordnungsdienstes Manfred Börm angeführt. Die Bundeswehr als Hausherr des Geländes untersagte den Neonazis zwar die Teilnahme an der offiziellen Feier, erlaubte ihnen aber, nach dieser Feier ihre Kränze abzulegen.

Die Polizei Celle gab in einer Pressemitteilung an, dass die Neonazis auf dem Bundeswehrgelände eine halbe Stunde lang ihre Zeremonie abhalten konnten. Unter anderem deklamierten die Rechten "Gedichte". Als Erfolg verkaufte die Polizei in der Mitteilung, dass sie den Rechtsextremen dabei das Entrollen einer NPD-Fahne untersagte.

Die Hildesheimer Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer (Grüne) zeigte sich empört über den Vorgang. Wenn die Berichte zuträfen, handele es sich um einen "handfesten Skandal", so die Abgeordnete. Während an anderen Orten Zehntausende gegen Neonazi-Provokationen am Volkstrauertag demonstrierten, lade "die Bundeswehr die NPD auf ihr Gelände". Pothmer forderte vom Verteidigungsminister und der Bundeswehrführung Aufklärung über die Zusammenhänge und die Verantwortlichen für den Vorgang.