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AhmadineDschihad / Holocaustleugner
Konferenz im Iran soll Holocaust revidieren PDF Drucken E-Mail
redok   
03.12.2006
Teheran. In der iranischen Hauptstadt wird am 11. und 12. Dezember die bereits seit längerem angekündigte internationale Konferenz zum Thema Holocaust stattfinden. Unter dem Motto "Review of the Holocaust: Global Vision" (Revision des Holocaust: Gesamtschau) wird die Konferenz im Institut für internationale und politische Studien (IPIS) des iranischen Außenministeriums stattfinden. Der 11. Dezember ist der internationale Tag der Menschenrechte.

Das iranische Außenministerium hatte bereits im Sommer 2006 Pläne zur Durchführung einer Konferenz zu diesem Thema verlauten lassen. Zuvor hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad den Holocaust als Mythos bezeichnet. Auch in der Konferenz-Ankündigung des IPIS wird die Richtung dieser vorgeblich wissenschaftlichen Veranstaltung deutlich: dort ist vom Holocaust als Begriff der "politischen Literatur" die Rede, der als "Propagandawerkzeug" diene.

Einem Bericht des Tagesspiegel zufolge wird diese "Holocaust-Konferenz" wohl weitgehend ohne die Beteiligung deutscher Rechtsextremisten stattfinden müssen. Der Bundessprecher der NPD, Klaus Beier, habe vom IPIS ein Anmeldeformular erhalten. Beier halte die Konferenz zwar für sinnvoll, "da Geschichtsforschung immer interessant ist", doch werde er nicht nach Teheran fahren, auch seien ihm keine Reisepläne anderer NPD-Funktionäre bekannt, zitiert der Tagesspiegel den NPD-Sprecher. "Wir müssten wohl alle unsere Pässe abgeben", deutete Beier gegenüber der Zeitung an.

Tatsächlich war dem Rechtsextremisten Horst Mahler, der derzeit in Bayern eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung verbüßt, im Januar 2006 für ein halbes Jahr der Reisepass entzogen worden, um ihn an der Teilnahme an der bereits damals angekündigten Holocaustleugnungs-Konferenz zu hindern. Weitere bekannte Holocaust-Leugner wie Ernst Zündel und Germar Rudolf fallen als Teilnehmer ebenfalls aus, da sie eine Haftstrafe verbüßen bzw. sich derzeit vor Gericht verantworten müssen. Auch der 1992 vor Strafverfolgung nach Spanien geflohene österreichische Neonazi Gerd Honsik bedauert, dass er angesichts fehlender Reisedokumente nicht teilnehmen können wird. Als Ersatz schlägt er den Wiener Neonazi-Anwalt Herbert Schaller vor, berichtet das Internetportal die jüdische. Als weitere "Forscher" auf dieser Konferenz kommen vor allem westliche Holocaustleugner in Frage, so der Australier deutscher Herkunft Frederick Toben, der seine Teilnahme bereits öffentlich machte.

Zwischenzeitlich ist auch der Wettbewerb für "Karikaturen zum Holocaust", den die Teheraner Tageszeitung Hamshahri im Februar ausgeschrieben hatte, zu Ende gegangen. "Sieger" wurde der Marokkaner Abdollah Derkaoui, der dafür 12.000 US-Dollar erhielt. Der mit immerhin 4.000 US-Dollar dotierte 2. Preis wurde dem auch bei sogenannten "israelkritischen" Linken bekannten Carlos Latuff aus Brasilien zugesprochen.

Inwieweit die anti-israelische Ausrichtung dieser "Karikaturen", die Leugnung des Holocaust durch Ahmadinedschad sowie dessen Vernichtungsphantasien korrespondieren, macht unter anderem eine aktuelle Meldung verschiedener Nachrichtenagenturen deutlich: Demnach habe der iranische Präsident verkündet, Israel werde bald aufhören zu existieren. Das "zionistische Regime" befinde sich vor dem Zusammenbruch, soll Ahmadinedschad bei einem Treffen mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Haniyeh in Katar gesagt haben. Israel sei gegründet worden, um Spannungen zu schüren und anderen die Politik der USA und Großbritannien aufzuzwingen, so der iranische Präsident.