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Bayern: Neuer NPD-Vorstand mit notorischen Neonazis PDF Drucken E-Mail
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22.05.2006
Gremsdorf. Die bayerische NPD hat am 21.5. einen neuen Landesvorstand gewählt. Als Vorsitzender wurde Ralf Ollert bestätigt, neu in den Vorstand rücken einige notorische Neonazis ein.

Der Landesparteitag fand im mittelfränkischen Gremsdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt) statt. Bereits seit Jahren wird die dortige Gaststätte Göb regelmäßig für NPD-Versammlungen und Rechtsrock-Konzerte genutzt; noch am Wochende vor dem Parteitag war in der Wirtschaft ein solches Konzert veranstaltet worden.

Statt bisher zwei Stellvertreter wird das Nürnberger Stadtratsmitglied Ollert ("Bürgerinitiative Ausländerstopp") nun drei Vize-Vorsitzende haben. Diesen Posten behält Sascha Roßmüller (auch Mitglied des NPD-Bundesvorstandes), neue Stellvertreter werden Roland Wuttke (Bezirksvorsitzender Oberbayern, bisher nicht im Landesvorstand) und Uwe Meenen (Bezirksvorsitzender Unterfranken).

Neue Landesvorstands-Beisitzer sind Norman Bordin und Martin Paulus. Bordin war Anführer der "Kameradschaft Süd" und wurde mehrfach unter anderem wegen Körperverletzung verurteilt. Im Januar 2001 wurde er anlässlich des Überfalls von Neonazi-Skinheads auf einen Münchner Bürger griechischer Herkunft festgenommen, bei dem der Angegriffene fast zu Tode geprügelt worden war. In der Haftzelle attackierte Bordin einen anderen Gefangenen; wegen versuchter Körperverletzung im Zusammenhang mit dem Überfall und vollendeter Körperverletzung im Zusammenhang mit der Tätlichkeit gegen den Mitgefangenen sowie wegen Beleidigung wurde er im März 2002 zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt. Bordin ist seit kurzem auch Landesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN).

Martin Paulus ist ein früherer Aktivist der "Fränkischen Aktionsfront" (F.A.F.), die im Januar 2004 vom bayerischen Innenminister verboten wurde. Ein führender Kader der F.A.F. war auch Matthias Fischer, der bereits Beisitzer im NPD-Landesvorstand war und wiedergewählt wurde.

Neu im Landesvorstand sind der Münchner Rüdiger Schrembs und Kai Limmer aus Kronach (Bezirksvorsitzender Oberfranken). Schrembs (Jahrgang 1934) hat eine lange rechtsextreme Karriere aufzuweisen: bereits in den späten 60er Jahren war er stellvertretender NPD-Landesvorsitzender in Bayern, danach Funktionär der "Aktion Neue Rechte" und Gründer der "Nationalrevolutionären Aufbauorganisation" (NRAO). Nach einem Zwischenaufenthalt bei den "Republikanern" landete er schließlich bei der "Deutschen Liga für Volk und Heimat" (DLVH). Inzwischen wird Schrembs bei der NPD als "Berater des Parteivorstandes in Wirtschaftsfragen" geführt.

Nicht mehr im NPD-Landesvorstand vertreten sind Dieter Schwank (Bezirksvorsitzender Oberpfalz) und Stefan Winkler (früherer JN-Landesvorsitzender).