| Neonazis / Rechte Gewalt | |||
| Brandanschlag auf NS-Mahnmal |
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| redok | |
| 26.01.2007 | |
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Verden. Am Vorabend des Holocaust-Gedenktages ist in Verden ein Mahnmal für NS-Opfer in Brand gesteckt worden. Der restaurierte Reichsbahn-Waggon mit einer Ausstellung über NS-Zwangsarbeiter brannte vollständig aus. An dem Mahnmal sollte morgen eine Feierstunde stattfinden.
Ein Autofahrer hatte heute morgen um 03.30 Uhr den Brand entdeckt. Als die Feuerwehr eintraf, stand der Waggon bereits voll in Flammen. Nach Angaben des Verdener Vereins, der das Mahnmal gestaltet hatte, war der Waggon vor dem Brand aufgebrochen worden. Eine an der Waggontür angebrachte Kette und das dazugehörige Schloss seien nach dem Brand verschwunden gewesen, so die Agentur AP. Die Polizei geht davon aus, dass der Waggon vorsätzlich in Brand gesteckt wurde. Einen technischen Defekt als Ursache des Brandes habe ein Sachverständiger ausgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher. Das umzäunte Mahnmal auf dem Gelände eines Berufsschulzentrums besteht seit dem Jahr 2003 und soll mit dem Waggon an Häftlingstransporte erinnern. In solchen Reichsbahn-Waggons waren während der NS-Diktatur Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager und Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten nach Deutschland gebracht worden. Der Förderverein Regionalgeschichte des Landkreises Verden hatte den Waggon gemeinsam mit Schülern des Berufsschulzentrums restauriert. Bereits bei der Errichtung des Mahnmals hatte der Verein Drohungen von Rechtsradikalen erhalten. Der Vereinsvorsitzende, der auch Geschichtslehrer an den Berufsbildenden Schulen ist, sagte gegenüber tagesschau.de: "Wir müssen jetzt auch darüber nachdenken, ob der Waggon nun als Mahnmal gegen den neuen Rechtsextremismus so bleibt." Im nahe gelegenen Dörverden hatte der Hamburger Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger 2004 den Heisenhof gekauft, der als regionale Basis für norddeutsche Neonazis diente. Erst vor wenigen Tagen hatte sich dort eine Gruppe lokaler Aktivisten der NPD und der "Jungen Nationaldemokraten" (JN) zu einem "Aktionswochenende" getroffen. In Rotenburg (Wümme) versuchten gestern abend nach Angaben der Journalistin Andrea Röpke etwa 20 Neonazis, eine Veranstaltung gegen Rechtsextremismus im Rathaus der Stadt zu stören. Zwei für morgen geplante NPD-Aufmärsche in Rotenburg und Achim waren von den Behörden verboten worden. Der Holocaust-Gedenktag wird jährlich am 27. Januar zur Erinnerung an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945 begangen. Kundgebungen zum Holocaust-Gedenktag sind am morgigen Samstag in Verden, Achim und Rotenburg geplant. Zu einer Tagung der evangelischen Kirche in einem Jugendhof gleich neben dem Standort des abgebrannten Waggons zum Thema Rechtsextremismus im Elbe-Weser-Raum werden an diesem Wochenende mehr als 100 Teilnehmer erwartet. |