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Rechtsextremisten / Vor Gericht
Haftstrafe für rechten Verleger PDF Drucken E-Mail
redok   
07.02.2007
Tübingen. Der rechtsextreme Verleger Wigbert Grabert ist gestern vom Amtsgericht Tübingen wegen Volksverhetzung erstmals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Strafe von drei Monaten wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, dazu muss Grabert 3.000 Euro Geldstrafe zahlen.

Der 65-jährige Grabert war nicht zum ersten Mal wegen Volksverhetzung angeklagt; vier einschlägige Vorstrafen stehen für ihn zu Buche. Dieses Mal ging es um einen Artikel eines finnischen Autors, den er in dem revisionistischen Blättchen "Deutschland in Geschichte und Gegenwart" (DGG) nachgedruckt hatte, das in seinem Grabert-Verlag erscheint. Darin hatte der Autor gegen Multikulturalismus vom Leder gezogen und dabei von einer "speziellen Methode von Völkermord" geschrieben.

"Via Internet" wollte Grabert an den Text gekommen sein, der laut Informationen des blick nach rechts (bnr) von dem Finnen Henrik Holappa stammt. Holappa ist laut bnr auch Autor des NPD-Sprachrohrs "Deutsche Stimme".

Im Prozess wurde vor drei Wochen bekannt, dass das quartalsweise herausgegebene DGG nur noch in einer Auflage von 2.000 Exemplaren erscheint. Geschäftlich gehe es Grabert zur Zeit nicht besonders gut, zitierte ihn der Reutlinger Generalanzeiger. Er sprach von "drückenden geschäftlichen Schulden".

Graberts Verteidiger war Thor von Waldstein, ein früherer Vorsitzender der NPD-Organisation Nationaldemokratischer Hochschulbund (NHB), der früher den amerikanischen Holocaust-Leugner Fred Leuchter vertreten hatte. Mit einer Serie von Beweisanträgen wollte Waldstein unter anderem die Botschafter von Dänemark, Norwegen und Finnland in den Zeugenstand laden, dann wollte er die Behauptungen des finnischen Autors durch Umfrage-Ergebnisse untermauert sehen. Das Gericht lehnte es jedoch ab, das Verfahren durch die insgesamt 15 Beweisanträge derart verschleppen zu lassen und kam nach zahlreichen Sitzungsunterbrechungen gestern abend zu seinem Urteil.