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NPD / Neonazis
Rieger neuer NPD-Chef in Hamburg PDF Drucken E-Mail
redok   
26.02.2007
Hamburg. Auf einem Landesparteitag hat die Hamburger NPD gestern den Rechtsanwalt Jürgen Rieger zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Die vorherige Landeschefin Anja Zysk fiel bei den Delegierten durch.

Der für einen radikalen Neonazismus stehende Rieger erhielt nach Angaben der Partei 18 Stimmen, Zysk dagegen nur drei. Damit hat Rieger, der erst im September letzten Jahres in die NPD eingetreten war, bereits den zweiten Vorstandsposten in der Partei. Beim NPD-Bundesparteitag im November 2006 kam er zwar nicht an den Posten eines stellvertretenden Bundesvorsitzenden, aber immerhin schon in den Parteivorstand. Mit der Wahl zum Hamburger Landesvorsitzenden kann Rieger sich nun eine Hausmacht aufbauen, die seine innerparteiliche Position nur stärken kann.

Der gestrigen Wahl vorausgegangen war ein erbitterter Grabenkampf zwischen Anja Zysk nebst ihren Anhängern und der Rieger-Seilschaft, die unter anderen von Thomas Wulff und Thorsten de Vries angeführt wurden. Entzündet hatte sich der innerparteiliche Streit unter anderem an einer von Zysk organisierten Aktion gegen einen Moschee-Neubau, die von der Rieger-Truppe abgelehnt wurde. Zysk hatte Rieger die Haltung vorgeworfen, dass "die Islamisten in Deutschland unsere Freunde sind, mit denen wir es uns nicht verscherzen dürfen".

Die Bundes-NPD hatte ihren Multifunktionär Peter Marx an die Alster entsandt, der die Wogen glätten und für ein Ende des Streits sorgen sollte. Der Parteitag fand gestern unter der Leitung von Marx statt. Laut Angaben der Hamburger NPD wurden "viele der alten Vorstandsmitglieder" wiedergewählt. Zysk war im Januar zurückgetreten, nachdem sie im Landesvorstand keine Mehrheit für ihre Position gefunden hatte; Unterstützung hatte sie in Hamburg vom parteiunabhängigen Neonazi Christian Worch bekommen.

Rieger erklärte, er wolle in Hamburg "verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung" betreiben; gestoppt werden müsse die "Überfremdung von ganzen Stadtteilen und Schulen".