| NPD / Immobilien | |||
| Erfolgloser Einzugsversuch |
|
|
|
| redok | |
| 15.03.2007 | |
|
Dresden. Mit ihrer Geschäftsstelle wollte die sächsische NPD heute mittag in die angeblich für 3,25 Millionen Euro gekaufte Immobilie in Dresden-Pappritz umziehen. Doch nach kurzer Zeit war schon wieder Schluss: Das städtische Ordnungsamt unternahm eine baupolizeiliche Begehung und untersagte eine Nutzung zu Bürozwecken.
Der zum "Einzug" angekündigte NPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag Holger Apfel war auf dem Gelände nicht zu sehen. Einige Kisten schafften die NPD-Männer in das Blockhaus und zogen Parteifahnen auf. Mehr geschah jedoch nach Berichten regionaler Fernsehsender nicht, denn die Stadt machte klar, dass die Tennishalle ausschließlich zu Sportzwecken genutzt werden darf; für das bislang illegal als Wohngebäude genutzte Blockhaus liegt zum 30. Juni sogar eine Abrissgenehmigung vor. Damit tickt für den Immobilien-Besitzer Wolfgang Jürgens die Uhr: Je näher dieser mögliche Termin für einen Abriss rückt, desto schwerer wird es für ihn, die Immobilie zu einem ansehnlichen Preis loszuwerden. Vor vier Wochen war der angebliche Kaufvertrag für die Immobilie bekannt gegeben worden, den fehlenden Grundbucheintrag hatte der angebliche Käufer Uwe Meenen als "Formsache" bezeichnet - doch noch immer ist der Kaufvertrag nicht rechtsgültig.
Die Vermutung liegt nahe, dass der NPD-"Einzug" ein taktisches Mittel sein sollte, um die Stadt unter Druck zu setzen, damit sie eventuell doch ein Vorkaufsrecht wahrnimmt und die Immobilie erwirbt. Jedenfalls hatten die NPD-Mannen sich die "Umzugs"-Arbeit leicht gemacht und in ihrem Möbelwagen tatsächliche Geschäftsunterlagen erst gar nicht mitgebracht: die in dem Blockhaus aufgestellten Aktenordner waren komplett leer. |