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NPD
Austritt der Ex-Vorsitzenden PDF Drucken E-Mail
redok   
27.03.2007
Hamburg. Mit dem Parteiaustritt der ehemaligen Hamburger NPD-Landesvorsitzenden Anja Zysk endete vorerst die Auseinandersetzung um die Führung in der Landespartei. Vor einem Monat war Jürgen Rieger zum neuen Landesvorsitzenden gewählt worden.

Bei dem Landesparteitag Ende Februar hatte Rieger die deutliche Mehrheit der Delegierten für sich gewinnen können. Die Bundes-NPD hatte sowohl gegen Zysk als auch gegen einen ihrer schärfsten innerparteilichen Widersacher, Thorsten de Vries, Ordnungsmaßnahmen ergriffen. Während gegen Zysk ein Partei-Ausschlussverfahren eingeleitet wurde, war bei de Vries jedoch nur von einem "weiteren Verfahren" die Rede. Tatsächlich wurde gegen de Vries laut Angabe einer Neonazi-Webseite lediglich "pro forma eine 12monatige Ämtersperre" verhängt.

Zu ihrem Austritt aus der NPD erklärte Zysk am gestrigen Montag, die Partei sei "mehrheitlich in keinster Weise politikfähig"; die gegenwärtige Parteiführung fördere "systematisch Intrigantentum, Verbonzung und Korruption". Die ehemalige Landesvorsitzende legte nach: "Als Folge der gegenwärtig praktizierten Minusauslese entwickelt sich die NPD immer mehr zu einem Sammelbecken von intellektuell und moralisch Minderwertigen". Mit Blick auf Rieger und seine der Skinhead-Szene entstammenden Unterstützer schrieb sie, sie sei nicht länger bereit, ihre "kostbare Zeit mit solchen skurrilen Gestalten wie Samenbank-Rieger und seinem dem angelsächsischen Lumpenproletariat nacheifernden Szenepöbel zu verschwenden". Deshalb werde sie sich ein anderes politisches Betätigungsfeld suchen.

Am Mittwoch letzter Woche hatte der neue Landesvorsitzende Rieger seiner Vorgängerin in einem Rundschreiben "Verfolgungswahn" attestiert. Darin hatte er auch beklagt, dass Zysk als "letzte Amtshandlung" noch das Postfach des Landesverbandes gekündigt hatte.

In Neonazi-Internetforen wird in Folge des Hamburger Grabenkampfes weiter heftig gestritten. Dabei werden offenbar auch andere Rechnungen beglichen, wenn etwa der NPD-Generalsekretär Peter Marx als "mutmasslicher Krypto-Moses-Jude und katholischer Christ-Jude" sowie der DVU-Vorsitzende Gerhard Frey als "Verhaltensjude" beschimpft werden.