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Tagesspiegel
Im Blätterwald vom 16.04.2007 PDF Drucken E-Mail
redok   
16.04.2007
Heute aufgelesen: Eine linke Partei hat ein echtes Problem mit einem Hardcore-Nazi - der ist Mitglied der Partei und lässt sich nicht rauswerfen.

Der Tagesspiegel externer Linkberichtet über die WASG ("Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit") in Schleswig-Holstein, die ein Mitglied unbedingt loswerden will, aber nicht kann. Der 38-jährige Andreas Stähr aus Glinde vor den Toren Hamburgs verdiente sein Geld mit Skinhead-Bedarf und Rechtsrock-Tonträgern, zum Beispiel der Gruppe "Landser", die als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde. Im Mai vergangenen Jahres wurde Stähr wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Doch die WASG-Nordlichter haben ein Problem, den Neonazi loszuwerden: der Landesverband hat nämlich kein Partei-Schiedsgericht, das den Fall entscheiden könnte. Daher gab man die Sache weiter an das WASG-Landesschiedsgericht in Nordrhein-Westfalen. Die Parteikollegen von Rhein und Ruhr mochten den Bräunling jedoch nicht rauswerfen: sie erkannten "keine ausreichenden Anhaltspunkte, um Stähr die Mitgliedschaft abzuerkennen", berichtet die Zeitung. Nun muss das Bundes-Schiedsgericht tätig werden.

Dabei haben die WASGler im Norden schon seit eineinhalb Jahren damit zu tun, einen rechten Ökobauern los zu werden, der nicht nur den Neonazi-Treff "Club 88" verteidigt hat, sondern auch schon mal eine Veranstaltung mit Horst Mahler besuchte.


Zusatz vom 06.05.2007:

Wegen einiger Formulierungen des oben stehenden Artikels hat Andreas Stähr gegen redok juristische Schritte angedroht. Mittlerweile ist Stähr aus der WASG ausgetreten

Zusatz vom 14.012.2008: 

Inzwischen ist der um diesen Artikel angestrengte Rechtsstreit abgeschlossen.