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Italien: 30 Jahre Haft für Rechtsterroristen PDF Drucken E-Mail
redok   
12.04.2007
Rom. Zu 30 Jahren Haft wurde heute der italienische Rechtsextremist Luigi Ciavardini wegen seiner Beteiligung am Bombenattentat in Bologna vom Kassationsgericht in Rom verurteilt. Bei dem Anschlag auf den Bahnhof der oberitalienischen Stadt am 2. August 1980, vor fast 27 Jahren, starben 85 Menschen, 200 wurden verletzt.

Das Gericht in Rom bestätigte als letzte Instanz den Spruch des Schwurgerichts in Bologna vom Jahre 2004. Der zum Zeitpunkt des Attentats 17 Jahre alte Ciavardini war in zweiter Instanz für schuldig befunden worden, den Sprengstoff für den Bombenanschlag besorgt zu haben. In der ersten Instanz war er noch freigesprochen worden.

Ciavardini war Mitglied der rechtsterroristischen Gruppe "Nuclei Armati Rivoluzionari" (NAR, Bewaffnete Revolutionäre Kerne) gewesen, die sich als Abspaltung von der neofaschistischen Terrororganisation "Ordine Nuovo" (Neue Ordnung) gebildet hatte.

Die NAR waren zwischen 1977 und 1981 aktiv und werden außer für den Bombenanschlag in Bologna für weitere 33 Morde verantwortlich gemacht. Für das Bologna-Attentat sind bislang die NAR-Mitglieder Valerio Fioravanti und Francesca Mambro zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Die beiden hatten zwar 13 andere Morde zugegeben, die Verantwortung für das Bombenattentat jedoch geleugnet. Sie leben inzwischen wieder in Freiheit.

Das Attentat von Bologna war externer Linkeines der schlimmsten rechtsextremen Terrorverbrechen in der europäischen Nachkriegsgeschichte. Die Hintergründe wurden nie richtig im Detail aufgeklärt. Zu den Drahtziehern des Anschlages zählte offenbar Licio Gelli und seine so genannte "Geheimloge P2" (Propaganda Due, Propaganda Zwei), die aus rechtsorientierten Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär und Mafia bestand. Ein prominentes P2-Mitglied war der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Zusammen mit Teilen einer Geheimdienstorganisation "Gladio" steckte P2 hinter einer Reihe von mörderischen Attentaten, die als "Strategie der Spannung" den Boden für einen Putsch bereiten sollten.