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Neonazis / Rechte Gewalt
Angriff mit Metallgeschossen auf Anti-Nazi-Demo PDF Drucken E-Mail
redok   
14.04.2007
Wismar. Eine Anti-Nazi-Demonstration in Wismar wurde heute von Neonazis mit Metallteilen beschossen. Ein Teilnehmer wurde am Kopf verletzt, die Demo wurde abgebrochen. Im Sommer letzten Jahres konnte die Polizei gewalttätige Neonazis nur mit gezogenen Waffen von Angriffen auf eine Antifa-Demo abhalten.

Die Anti-Nazi-Demo war mit etwa 200 Teilnehmern durch die Hansestadt gezogen und hatte dabei auch rechte Szeneläden passiert, deren Schließung von den Demonstranten gefordert wurde. Schon im Vorfeld der Demonstration hatte die Polizei zwei Rechtsextreme festgenommen, bei denen Steine entdeckt worden waren.

Im Verlauf der Demonstration kam es zu der gewaltsamen Attacke: von einem Hausdach aus beschoss "mindestens eine dem rechten Spektrum zugehörige Person" (Polizeibericht) die Demo mit Metallteilen, die mit einer Steinschleuder verschossen wurden. Ein Teilnehmer der Demo wurde am Kopf verletzt, ein ebenfalls getroffener Polizist blieb dagegen unverletzt. Die Demonstration wurde nach dem Angriff von den Veranstaltern beendet.

Ein Neonazi wurde von der Polizei vorläufig festgenommen. In dem Haus, von dem der Angriff ausging, nahmen die Polizisten die Personalien von 35 Rechtsextremen auf; in dem Gebäude wurden zehn Axtstiele gefunden, die mit Stacheldraht umwickelt waren.

Über den Angriff auf die Demo berichtete die Pressestelle der Polizeidirektion Schwerin unter der Überschrift "Demonstration in Wismar verlief weitestgehend störungsfrei".

Im August letzten Jahres konnten Polizisten einen Angriff mit Baseballschlägern auf eine ähnliche Anti-Nazi-Demo nur mit gezogenen Pistolen verhindern.

Mitte März hatten fünf rechtsextreme Männer und einige Frauen einen Jugendklub in Wismar überfallen und ein Konzert gestürmt. Drei Konzertbesucher waren mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Der Angriff war von der Wismarer Polizei erst auf Nachfrage der örtlichen Ostsee-Zeitung bestätigt worden.

Am Tag darauf (18.03.2007) war eine 20 Mann starke Gruppe im etwa 20 Kilometer von Wismar gelegenen Neukloster aufgetaucht. Die Neonazis traten mehrheitlich in schwarzer Montur auf und waren mit Baseballschlägern und Axtstielen bewaffnet. Sie zogen vor ein Haus und forderten einen 20-jährigen Bewohner auf, herauszukommen. Weil der Bedrohte jedoch im Haus blieb, schlug einer der Neonazis mit einem in Stacheldraht eingewickelten Schlagwerkzeug auf ein abgestelltes Auto ein, ein anderer schlug ein größeres Loch in die Hauswand. Gegen den Auto-Schläger wurde wegen schweren Landfriedensbruchs Haftbefehl erlassen; gegen ihn lag ein laufendes Bewährungsurteil vor.