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Bayerischer Rundfunk / Spiegel online / Süddeutsche Zeitung
Im Blätterwald vom 04./05.05.2007 PDF Drucken E-Mail
redok   
06.05.2007
Heute aufgelesen: Innerparteilicher Krieg in der Regensburger CSU. Im Machtkampf zwischen konkurrierenden Gruppen wird ein "Dossier" veröffentlicht, das einen üblen rechtsextremistischen Bodensatz ans Tageslicht bringt. Die Spaltung der CSU in der Domstadt droht.

Sieben Vorsitzende von CSU-Ortsverbänden legten am Donnerstag ein 33 Seiten umfassendes Dossier über "rechte Umtriebe in der CSU" vor. Im Mittelpunkt steht der CSU-Stadtrat Thomas Fürst, der in der Regensburger Partei zunehmend die Strippen zieht. Gegen insgesamt sechs CSU- und Junge Union-Funktionäre werden in dem Dossier Vorwürfe erhoben. Der externer LinkBayerische Rundfunk berichtet, dass laut diesem Dossier ein Stadtrat eine "nationale Weltrevolution" als anstrebenswert erklärt und Menschen mit schwarzer Hautfarbe als Tiere bezeichnet habe. Ein Mitglied der Jungen Union soll eine SMS mit den Worten "Heil Hitler" verschickt haben. Ein inzwischen ausgetretenes Parteimitglied soll auf einer Geburtstagsfeier gesagt haben, Ausländer gehörten "genauso vergast wie die Juden".

Auch externer LinkSpiegel online berichtet über das Dossier, das offenen Rassismus in der Regensburger CSU beschreibt. Eine junge Frau, die in der Jungen Union mitmachen wollte und deren Großvater schwarze Hautfarbe hatte, wurde mit einem rassistischen Schimpfwort bezeichnet. "Thomas Fürst schrieb alle Vorschläge auf seinem Block mit. Statt den Namen des oben genannten Mädchens aufzuschreiben, schrieb er: (es folgt der Begriff)", erinnert sich ein Zeuge in seiner schriftlichen Aussage für das Dossier.

Die externer LinkSüddeutsche Zeitung berichtet über das Dossier: "Ein stadtbekannter Rechtsrabauke, gegen den Fürst vor wenigen Wochen Parteiordnungsmaßnahmen einleiten wollte und der neuerdings im Visier polizeilicher Ermittlungen steht, sei in letzter Zeit wieder in trauter Runde mit Fürst angetroffen worden - und zwar am 31. März, am Abend nach der Wahl des neuen Kreisvorstandes, die das Fürst-Lager gewann." Das Blatt zitiert einen CSU-Funktionär aus Fürsts Ortsverband, der gerade von seinem Parteiamt zurückgetreten ist, über Thomas Fürst: "Er hat nichts dazugelernt."

Der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger betont, die rechtsradikalen Vorkommnisse seien zu lange "verharmlost, verniedlicht und vertuscht" worden. Im März 2008 stehen Stadtratswahlen an - die Fürst-Gegner in der CSU um Schaidinger drohen, mit einer eigenen Liste anzutreten.