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NPD / Neonazis
Fackelmarsch zum Hitler-Geburtstag PDF Drucken E-Mail
redok   
16.04.2007
Gräfenberg. Den Hitler-Geburtstag am 20. April will die NPD in Mittelfranken für eine Demonstration nutzen. Schauplatz soll wieder einmal Gräfenberg sein, wo die Neonazis seit Jahren "Heldengedenken" veranstaltet hatten.

Angeblich soll der bayerische NPD-Landesvorsitzende und Nürnberger Stadtratsmitglied Ralf Ollert das Denkmal in Gräfenberg (Oberfranken) bei einer Wanderung entdeckt haben. Die Lage des Denkmals schien offenbar geeignet für braune Feiern, denn ab 1999 marschierten die regionalen Neonazis regelmäßig in Gräfenberg auf, um an dem Kriegerdenkmal ihren Totenkult zu zelebrieren.

Die Stadt mühte sich, der Aufmärsche Herr zu werden, indem die attraktiven Plätze mit anderen Veranstaltungen belegt wurden. Doch die ungebetenen Gäste waren nicht los zu werden; zwischenzeitig tauchten die Neonazis auch schon mal als "Aktion Ahnenerbe" auf.

Seit einiger Zeit hat die Stadt Gräfenberg eine andere Lösung gefunden: das Kriegerdenkmal wurde gewissermaßen privatisiert und einem Verein übertragen; die Rechtsextremisten mussten nun außen vor bleiben. Sie drohten im November 2006, ab nun monatlich aufzumarschieren und antworteten mit einer Serie von Demonstrationen, die zum Teil als "Fackelmarsch" inszeniert wurden.

Die Grafenberger Bürger wehrten sich mit einfallsreichen Aktionen. So wurde im Januar die fackelbeleuchtete Nazi-Romantik von Anwohnern gekontert, die von ihren Häusern aus gleißende Halogenstrahler auf die Szenerie richteten. Im Februar wurde unter dem Motto "Wir kehren die braunen Narren aus der Stadt!" ein "Kehraus" veranstaltet.

Nun will die regionale NPD offenbar ein in der rechten Szene ausgesprochen beliebtes Datum benutzen, um Präsenz in der 4.000-Einwohner-Stadt zu zeigen. Vor allem der NPD-Kreisverband Fürth unter seinem Vorsitzenden Matthias Fischer ist treibende Kraft bei den Aufmärschen in Gräfenberg. Unter dem Motto "Denkmäler sind für alle da" will die NPD nun am Freitag abend dieser Woche aufmarschieren - der Hitler-Geburtstag kommt den Neonazis offenbar gerade recht für einen "Fackelmarsch". Fischer fiel erst vor einigen Wochen durch Führer-Verehrung auf, als er in Budapest beim Zeigen des Hitlergrußes gefilmt wurde.