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Neonazis / Vor Gericht
"Reichsbote" für neun Monate aus dem Verkehr gezogen PDF Drucken E-Mail
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27.05.2006
Lüneburg. Der Herausgeber der Neonazi-Zeitschrift "Der Reichsbote", Rigolf Hennig, muss für neun Monate hinter Gitter. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil des Landgerichts Lüneburg, das den 71-jährigen aus Verden wegen Verunglimpfung des Staates verurteilt hatte.

In seiner Zeitschrift hatte Hennig die Bundesrepublik als "Missgeburt" bezeichnet und deren Abschaffung gefordert. Er ist bereits wegen Volksverhetzung vorbestraft. In Lüneburg war er von der Neonazi-Anwältin Sylvia Stolz verteidigt worden, die sich während des Prozesses ständig mit dem anwesenden Horst Mahler beraten hatte. Ihr Plädoyer hatte sie mit einem Zitat von Rudolf Heß beendet.

Im Prozess hatte Hennig den Holocaust geleugnet und den Völkermord an den Juden als "offenkundige Fälschung" bezeichnet. Von einer Bewährungsstrafe hatte das Gericht abgesehen, weil Hennig angekündigt hatte, weiterhin verfassungsfeindliche Schriften zu verbreiten.

Hennig blickt auf eine lange rechtsextreme Karriere zurück: Früher war er Funktionär der Republikaner (REP) und der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH), im Jahr 2005 kandidierte er für die NPD zur Bundestagswahl. Neben seiner Herausgeberschaft des "Reichsboten" bleibt offenbar noch Zeit, um ein Amt als "Staatsratsvorsitzender“ des rechtsextremen Wahngebildes "Freistaat Preußen" auszufüllen.