| Neonazis / NPD / Antisemitismus | |||
| Ungereimte Judenhetze |
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| redok | |
| 06.05.2007 | |
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Dortmund. Wenn Neonazis sich an gereimten Parolen versuchen, kann das mitunter misslingen. Wenn aber ein Reim offensichtlich falsch ist, steckt Absicht dahinter: das eigentlich Gewollte soll nicht gesagt, aber gemeint sein und verstanden werden. Am 1. Mai demonstrierten Dortmunder Neonazis auf diese Art, wen sie im Visier haben: es geht um "den Juden".
Mit diesem Transparent zog der "Nationale Widerstand Dortmund" durch den Ortsteil Wambel, begleitet vom NPD-Bundesvorstandsmitglied und Verbindungsmann zu den "Freien Kameradschaften" Thomas Wulff (links). Der reimfreie Slogan lautete: Ob Dortmund, Erfurt oder Buxtehude Natürlich reimt sich auf "Buxtehude" nicht der "Kapitalismus", sondern zum Beispiel ... - doch bevor man lange herumrätselt, können vielleicht österreichische Gesinnungsgenossen weiterhelfen, die im Oktober 2004 bei der Tagung eines rechtsextremen Vereins gegenüber Journalisten der Nachrichtenagentur APA unverblümt zur Kenntnis gaben:
Hätten die Neonazis in Dortmund offen gegen Juden gehetzt, wären sie wegen Volksverhetzung womöglich von der Straße weg in Haft genommen worden. Natürlich war gemeint "der Jude", der zugleich offensichtlich austauschbar für "der Kapitalismus" steht. Passend dazu hatte vorher schon die Nazirockband "Carpe Diem" mit ihrem Szenehit "Europa, Jugend, Revolution" eingeheizt. In dem Lied geht es um "eine Macht, der das Geld gehört, seit viel zu langer Zeit", die einst "unsere Väter aufeinander losgehetzt" habe. Doch als gestandene Antisemiten wissen die Herrschaften Bescheid, denn "wir sehen, wer hinter den Kulissen steht".
[Bild: mit freundlicher Genehmigung © |