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Kaderschulung im Geiste der Wannsee-Konferenz | NPD | |||
| Kaderschulung im Geiste der Wannsee-Konferenz |
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| redok | |
| 19.05.2007 | |
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Vor etwa einem Jahr gab die NPD eine Schulungsbroschüre für "Kandidaten und Funktionsträger" heraus, die ausschließlich parteiintern verteilt wird. Die NPD-Kader sollen damit für die "Wortergreifungsstrategie" geschult werden, mit der die rechtsextreme Partei in die Öffentlichkeit drängt. Das Heft macht deutlich, dass die NPD eine rassistische und antisemitische Partei mit völkischer ideologischer Grundlage ist, die in weiten Zügen in der Tradition des Nationalsozialismus steht, dieses Erbe jedoch aus taktischen und juristischen Gründen verschleiert. Erstmals wird die Broschüre jetzt bei redok komplett dokumentiert.
Geschrieben wurde das Heft vom sächsischen Landtagsabgeordneten Jürgen W. Gansel. Die Schulungsbroschüre soll NPD-Funktionäre befähigen, unangenehmen Fragen auszuweichen und neo-nationalsozialistische Politik zu popularisieren. Mit der Veröffentlichung der Broschüre will redok der Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, diese Taktiken besser zu durchschauen und angemessen auf solche Herausforderungen zu reagieren. Die Veröffentlichung erfolgt im Internet sowohl als Webseite wie auch als PDF-Datei zum Herunterladen, die weitestgehend identisch mit dem Original ist. Die NPD zeigt sich in diesem Dokument als durch und durch rassistische Partei in der Tradition des Nationalsozialismus. Im Sprachgebrauch der berüchtigten Wannsee-Konferenz ist hier etwa die Rede von "Mischlingen", die "das sich renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen" und als Zielland "naheliegenderweise die USA" wählen werden. Dieses Land sei schließlich "eine durchrasste Staats- und Einzelwillennation von haltlosen Sozialatomen", "wo der ethno-kulturell kastrierte Einheitsmensch ohne Identität und Heimat wie Unkraut gedeiht". Ihr Schicksal sei "ziellose Wanderschaft zwischen den Welten", die Schuld daran trügen ihre "verantwortungslosen Eltern". Diejenigen "Mischlinge", die nicht freiwillig gingen, gehören laut NPD zu den "hauptsächlich abzuschiebenden Einwanderergruppen ". Fester Bestandteil der NPD-Weltanschaung ist der Antisemitismus. Noch im üblichen Rahmen des verdrucksten, aber mühsam versteckten Judenhasses ist die Formel: "Es muß endlich Schluß sein mit der psychologischen Kriegsführung jüdischer Machtgruppen gegen unser Volk"; die "Sühnezahlungen an sogenannte NS-Opfer" stünden bei einer NPD-Machtergreifung auf einer "nationalen Streichliste". Zur Blüte kommt der Wahn von der jüdischen Weltherrschaft, wenn die NPD ihren Kader-Schülern die "Globalisierung" erklärt, bei der es sich "um das planetarische Ausgreifen der kapitalistischen Wirtschaftsweise unter der Führung des Großen Geldes" handele. Und dieses "Große Geld" hat "seinen politisch-militärisch beschirmten Standort vor allem an der Ostküste der USA", "obwohl seinem Wesen nach jüdisch-nomadisch und ortlos". Hautfarben-Rassismus und Antisemitismus reichen freilich für eine Weltanschauungspartei in nationalsozialistischer Tradition alleine noch nicht aus. Die NPD vertritt ein Menschenbild, das nichts mit der humanistischen Auffassung vom Individuum und seinen Freiheitsrechten zu tun hat. So hat die NPD am Grundgesetz auszusetzen: "die Grundrechtsbestimmungen triefen vor Menschenrechtstümelei". Die Verachtung für alles Humanitäre und Ausdruck der tief verwurzelten Menschenfeindlichkeit der NPD gipfelt in dem Kernsatz: "Der ‚Mensch' ist genauso eine Fiktion, ein Gedankengebilde und eine Illusion wie die ‚Menschheit'." Wir haben uns entschieden, diese Schulungsbroschüre zu veröffentlichen, weil sie an die Öffentlichkeit gehört und nicht in Schubladen von NPD-Kadern oder geheimdienstlichen Behörden. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, Bescheid zu wissen. Redaktion redok, im Mai 2007 Dokument "Argumente für Kandidaten & Funktionsträger": |