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Neonazis / Rechte Gewalt
Brandanschläge gegen links PDF Drucken E-Mail
redok   
06.06.2007
Wolfen/Oranienburg. Zwei Brandanschläge gegen linke Parteien sind offenbar von rechtsextremen Tätern verübt beziehungsweise versucht worden. In Wolfen wurde ein Auto abgebrannt, in Oranienburg wurde ein Anschlag auf ein Parteibüro in letzter Sekunde verhindert. Fünf Männer wurden wegen dieses versuchten Anschlages festgenommen.

In Wolfen (Landkreis Bitterfeld, Sachsen-Anhalt) war in der letzten Nacht das Auto einer Stadträtin der MLPD das Ziel des Anschlags. Gegen 2 Uhr morgens wurde am Mittwoch das Feuer entdeckt, durch das der Wagen völlig ausbrannte. Durch den Brand wurde auch ein daneben stehendes Auto beschädigt.

Laut der Polizei kann ein technisches Versagen ausgeschlossen werden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen bei ihren Ermittlungen von Brandstiftung aus.

Nach Angaben der stalinistisch-maoistischen Partei war dieser Vorfall bereits der zweite Brandanschlag auf die 40-jährige Ina Korntreff, die auch Kreisvorsitzende der Partei ist. Während des Kommunalwahlkampfs sei in der Nacht zum 12. April im Hausflur der Heilerziehungspflegerin ein "Scheiterhaufen" aus gestohlenen MLPD-Wahlplakaten entzündet worden.

Bekannte NPD-Aktivisten hätten nach der letzten Stadtratssitzung am 30. Mai "ausgespäht", so die MLPD-Mitteilung, mit welchem Fahrzeug die frisch wiedergewählte Stadträtin weggefahren sei. Korntreff berichtete, dass ein bekannter NPD-Aktivist sie wenige Tage später in der Nähe ihres Hauseinganges erneut beobachtet habe, wie sie aus ihrem Auto ausstieg.

Später Spaziergang vereitelt Anschlag

In Oranienburg (Landkreis Oberhavel, Brandenburg) konnte ein Brandanschlag auf die Kreis-Geschäftsstelle der PDS am frühen Dienstag morgen in letzter Sekunde verhindert werden. Gegen 3.40 Uhr hatte ein Mann seinen Hund ausgeführt. Er entdeckte vier junge Männer, die sich an dem Barackenbau zu schaffen machten, berichtete die Märkische Allgemeine in ihrer heutigen Ausgabe. Kurz entschlossen sei er über einen Zaun gespunge; damit vertrieb er offenbar die verhinderten Brandstifter.

Die Männer ließen eine Kiste mit Brandbeschleunigern zurück; die Flaschen waren bereits mit Lunten versehen. Offenbar hatten sie versucht, die Glasscheibe in der Tür zu zerstören, um die Brandsätze ins Innere des Gebäudes werfen zu können. Die aus Sicherheitsglas bestehende Scheibe erwies sich jedoch als widerständig genug, um den Versuch ausreichend lange zu verzögern, bis der späte Spaziergänger die Gruppe verscheuchte.

Heute nachmittag konnte die Polizei fünf Männer aus Oranienburg zwischen 18 bis 23 Jahren festnehmen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Neuruppin sind die Männer geständig. Als Motiv gaben sie "Abneigung gegen die Linkspartei" an.

Einer der Festgenommenen ist bereits wegen Verwendens von nationalsozialistischen Symbolen vorbestraft und hat gegen Bewährungsauflagen verstoßen. Gegen ihn wurde Haftbefehl beantragt, die anderen vier Verdächtigen müssen sich in einem beschleunigten Verfahren wegen versuchter Brandstiftung und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.