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Im Blätterwald vom 06.07.2007 PDF Drucken E-Mail
redok   
06.07.2007
Im Gedenken an Marinus Schöberl Heute aufgelesen: Vor fünf Jahren starb der 16jährige Marinus Schöberl in Potzlow (Brandenburg). Weil er die falsche Kleidung trug, beschimpften ihn drei rechtsextreme Jugendliche aus seinem Dorf in der Uckermark als "Untermenschen" und "Juden". Dann brachten sie ihn auf bestialische Weise um und versenkten den Leichnam in einer Jauchegrube.

Das Mordopfer wurde erst Monate nach der Tat gefunden. Als ein Gemisch aus Antisemitismus, Rechtsextremismus und sozialer Verwahrlosung beschrieb ein Beobachter das Motiv der Täter.

Eine externer LinkSonderseite zum 5. Jahrestag der Ermordung von Marinus Schöberl hat das Brandenburger Projekt inforiot eingerichtet. Zahlreiche Artikel zum Mord, zum Prozess und zu den Folgen informieren umfassend über den "Fall Potzlow".

Eingeleitet wird die Seite mit einem Text von ehemaligen AktivistInnen von "Pfeffer & Salz Uckermark", einer Gruppe engagierter Jugendlicher, die mehrere Jahre gegen Rechtsextremismus in der Region arbeitete. Schon vor fünf Jahren richteten sie heftige Vorwürfe auch an die regionale Politik: "Dass sich heute Jugendliche in der Uckermark trotzdem gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagieren und dies auch nach außen zeigen, passiert nicht wegen, sondern trotz der Jugendpolitik hier!"

Heute klingt das Resümee der Aktivisten bitter, die offenbar nicht mehr in der Region wohnen:

"Dem ist heute wenig hinzuzufügen. Nur, dass diese Jugendlichen inzwischen die Uckermark verlassen haben und damit in den vielfältigen Analysen auftauchen, die solchen Regionen in den neuen Bundesländern bescheinigen, dass gerade die Engagierten, Gebildeten und vor allem jungen Frauen wegziehen. Wir können ergänzen, dies hat nicht nur mit der Arbeits- und Ausbildungssituation zu tun, sondern mit einem gesellschaftlichen Klima und mit einer Jugendpolitik, dass sie förmlich wegtreibt. Überall!"