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| "Sachsentag" statt "Pressefest" |
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| redok | |
| 08.07.2007 | |
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Dresden. Einen "Sachsentag" will die NPD-Jugendorganisation JN zusammen mit Neonazis aus "Freien Kräften" am 4. August in Dresden-Pappritz veranstalten. Das im Vorjahr dort abgehaltene "Deutsche Stimme-Pressefest" fällt dagegen in diesem Jahr aus, teilte die NPD Sachsen heute in einer kargen Meldung mit.
Das Konzept der "Jungen Nationaldemokraten" (JN) für den "Sachsentag" am 04.08. orientiert sich offenbar am NPD-"Bayerntag", den die bayerischen Kameraden in Regensburg (2006) und in Schmidgaden (2007) veranstalteten. Angekündigt sind einige Rechtsrock-Musiker wie Asynja (Schweden), Sachsonia und Frontalkraft (beide Deutschland) und die Sängerin "Viking" (Francesca Ortolani, Italien). Experten zählen Asynja zum Umfeld des in Deutschland verbotenen internationalen Neonazi-Skinhead-Netzwerks "Blood & Honour". Als Veranstalter werden auf einer eigens geschalteten Webseite nicht nur die JN, sondern auch "Freie Kräfte" genannt. Unterstützt wird die Veranstaltung von den Neonazi-Läden PC-Records aus Chemnitz (Musikproduktion und -vertrieb) sowie Crime Store aus Pirna, der von Martin Schaffrath betrieben wird. Schaffrath war im April dieses Jahres im Zuge einer Großrazzia als mutmaßlicher Führungskader der verbotenen "Skinheads Sächsische Schweiz" (SSS) festgenommen worden. Ebenfalls im Musikprogramm dabei sein sollen Prussian Blue (USA). Die 15-jährigen Zwillinge Lamb und Lynx Gaede, die seit dem letzten Jahr in Kalispell (Montana) leben, der Bezirkshauptstadt von Flathead County, sollten schon vor einem Jahr beim Regensburger NPD-"Bayerntag" auftreten, konnten jedoch wegen eines Sorgerechtsverfahrens und einer damit verbundenen Ausreisesperre aus den USA nicht kommen. Neben NPD-Chef Udo Voigt und Holger Apfel soll auch Sebastian Richter eine Rede an das Publikum richten. Richter ist nicht nur führender Kopf der Neonazis in der Lausitz, sondern seit September 2006 auch JN-Landesvorstands-Mitglied. Der Neonazi-Nachwuchs soll beim "Sachsentag" mit "Hüpfburg und Kinderprogramm" unterhalten werden. Schon seit mehr als zwei Jahren droht Wolfgang Jürgens, der Besitzer des Veranstaltungsgeländes, mit einem Verkauf des Areals nebst Tennishalle an die NPD. Doch was an manchen Orten noch funktioniert hatte, ist in Dresden offensichtlich gescheitert: ein "Abwehrkauf" einer Immobilie durch die Kommune fand in der sächsischen Landeshauptstadt nicht statt. Zum "Deutsche Stimme-Pressefest" versammelten sich dort im August 2006 etwa 4.500 Rechtsextreme, wohl auch, um mehr Druck auf die Stadt Dresden auszuüben. Im Februar 2007 meldete das Boulevardblatt BILD den bevorstehenden Verkauf an den unterfränkischen NPD-Funktionär Uwe Meenen. Mit einem erfolglosen Einzugsversuch wollte die NPD noch im März weiter Druck machen. Offensichtlich hat sich jedoch in dieser Sache nichts bewegt, denn heute teilte die NPD Sachsen nicht nur den Ausfall des "Pressefestes" in diesem Jahr mit, sondern setzte ausdrücklich den Hinweis dazu, dass "das Grundstück für die JN-Veranstaltung vom Eigentümer gemietet, jedoch nicht gekauft wurde". Im nächsten Jahr soll das "Pressefest "mit einem veränderten Konzept" neu gestartet werden. Das nun ausfallende "Pressefest" hatte laut einer früheren Mitteilung der NPD-Frauenorganisation RNF (Ring Nationaler Frauen) "ganz im Zeichen von Familie und Kindern" stehen sollen. |