| NPD / Immobilien | |||
| Molau gibt den Biedermann |
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| redok | |
| 03.08.2007 | |
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Berlin. Nach dem Kauf eines Landgutes in Rauen hat der NPD-Funktionär Andreas Molau viel zu erklären, denn ihm weht der Wind aus verschiedenen Richtungen um die Ohren. Nicht nur die öffentlichen Reaktionen auf den befürchteten Aufbau eines rechtsextremen Zentrums machen ihm zu schaffen, nun besteht offenbar auch Erklärungsbedarf innerhalb der eigenen Reihen.
Molau hatte angekündigt, in Rauen (Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) eine Waldorfschule zu errichten. Doch nachdem der "Bund der Freien Waldorfschulen" kategorisch festgestellt hatte, dass die Namen "Waldorf" und "Rudolf Steiner" namensrechtlich geschützt seien, wollte Molau diesen Schutz "rechtlich prüfen lassen". Bei der Gelegenheit griff Molau auch den Waldorf-Verband an, der die Waldorfpädagogik in fundamentalem Widerspruch zu "rechtsradikalem Gedankengut" sieht. Das Gegenteil sei der Fall, so der NPD-Spitzenkandidat zur niedersächsischen Landtagswahl: "Steiner hat stets völkisch argumentiert. So betont er nicht umsonst die Differenzen von Rassen und Völkern." Molau hatte weiterhin alle Hände voll zu tun, denn verschiedene Zielgruppen harrten seiner Erklärungen: in einem "Offenen Brief" wandte er sich gestern an die Einwohner von Rauen, ein weiteres Statement galt heute dem Parteivolk im heimischen Niedersachsen. Der Einwohner-Brief kam zwar als persönliches Schreiben eines biedermännischen Möchtegern-Schulmeisters daher, war aber nichtsdestotrotz im Sekretariat der Bundes-NPD entstanden, wo die biedere Kameradin Brigitte den Vorständlern zur Hand geht. Der frühere Waldorf-Lehrer Molau versicherte den Rauen-Einwohnern, im "Gut Johannesberg" sollten "künstlerische, kulturelle und politische Seminare und Freizeitangebote auch für die umliegende Bevölkerung" angeboten werden. Zunächst bat Molau aber zur Kollekte und bat die Bevölkerung um "Sachunterstützung" wie auch "praktische Mitarbeit" bei seinem Projekt. Wenn das Gelände schließlich nutzbar sei, lade er die Nachbarn gerne "zum Tag der offenen Tür" ein. Kameraden aus den eigenen Reihen schwante aber nichts Gutes für die nähere Zukunft der extremen Rechten in Niedersachsen, denn: wie sollte ein Spitzenkandidat einen Wahlkampf führen und möglichst sogar noch in den Landtag einziehen, wenn er alle Hände voll zu tun hat mit Renovierungsarbeiten in der brandenburgischen Provinz und dann auch noch dort den Landschulmeister geben will? Molau beschwichtigte: neben der Politik wolle er sich in Rauen "ein zweites Standbein" errichten. Mit der "Hilfe von Investoren" sei es ihm gelungen, das Landgut zu erwerben, "in dem man zukünftig vernünftige Lern- und Kulturangebote für Deutsche finden wird". Doch sein Schwerpunkt werde "für die nächsten Jahre" in Niedersachsen liegen, wo es nur das Ziel "Einzug in den Landtag" gebe. Ihm persönlich werde das Landhaus aber die Möglichkeit geben, "auch ein Leben neben der Politik möglich sein zu lassen". Damit hat sich Molau etwas vorgenommen, das angesichts seiner breit gestreuten Funktionärstätigkeit und den damit verbundenen Reisen ziemlich utopisch klingt: denn neben seiner Tätigkeit in der Berliner Parteizentrale, die laut NPD-Vorstandsbeschluss sein "Arbeitsschwerpunkt" sein soll, hat er noch als Landtags-Spitzenkandidat im Flächenland Niedersachsen zu agieren. Dazu kommen noch die Posten als Vorsitzender der "Gesellschaft für freie Publizistik" (GfP) mit Sitz in München und im Vorstand der "Kontinent Europa Stiftung" in Jönköping (Schweden). Da werden auch innerhalb der extremen Rechten Zweifel laut, dass Molau noch wirklich Luft für ein "bildungspolitisches Projekt" hat. |