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NPD / Holocaustleugner / Vor Gericht
Vier Monate Haft für hessischen NPD-Chef PDF Drucken E-Mail
redok   
07.08.2007
Friedberg. Vier Monate Haft wegen Volksverhetzung verhängte heute das Amtsgericht Friedberg gegen den hessischen NPD-Vorsitzenden Marcel Wöll. Dem 24-Jährigen hatte die Anklage vorgeworfen, bei einer Sitzung des Wetterauer Kreistags im März den Holocaust geleugnet zu haben.

Wöll hatte von Auschwitz als "Stätte des so genannten nationalsozialistischen Terrors" gesprochen und Schülerfahrten zu dem früheren Vernichtungslager als "Gehirnwäsche" bezeichnet. Diese Äußerungen hatte Wöll zugegeben, jedoch bestritten, damit den Holocaust geleugnet zu haben. Seine Verteidigung hatte Freispruch gefordert, die Staatsanwaltschaft sechs Monate Freiheitsstrafe. Wöll kündigte Berufung an.

Verteidigt wurde Wöll unter anderem von Dirk Waldschmidt, seinem Stellvertreter als Landes-NPD-Vorsitzender. Waldschmidt und Wöll stehen auf den Plätzen zwei und drei der NPD-Landesliste zur hessischen Landtagswahl am 27.01.2008.

Wöll war erst vor zwei Wochen vom Landgericht Gießen zu einer Geldstrafe wegen Beamtenbeleidigung verurteilt worden. Davor war Wöll zweimal wegen Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Zur Zeit laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung gegen Wöll. Ebenfalls im Kreistag soll er handgreiflich gegen einen Jugendlichen geworden sein, der Flugblätter mit der Forderung nach einem NPD-Verbot verteilt hatte.