| FAZ, Braunschweiger Zeitung, Tagesspiegel |
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Im Blätterwald vom 30.05.2006 |
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redok
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30.05.2006 |
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Heute aufgelesen: Im brandenburgischen Rheinsberg fackeln
Neonazis Geschäfte von Ausländern ab; ein Stadtverordneter weint über
"Rufmord an einer Stadt". Eine Fußball-Jugendmannschaft wird mit
ausländerfeindlichem Gepöbel angegriffen - die Polizei rät den
Attackierten, die Insel Usedom so schnell wie möglich zu verlassen. Ein
Mob hetzt in Moskau Homosexuelle und wünscht sie in die Gaskammer.
Die FAZ bringt auf Seite 3 eine Reportage aus Rheinsberg, wo Neonazis Imbissbuden niederbrennen und "Linke" zusammenschlagen.
Die Stelle der Stadt-Jugendpflegerin wurde abgeschafft - es bietet sich
die gängige Erklärung an, man habe sich zu wenig sozialarbeiterisch um
die jungen Leute gekümmert. Der Stadtverordnete Jürgen Scheigert
bejammert dagegen einen "Rufmord an einer Stadt" - und gibt der
entlassenen "linken" Jugendpflegerin die Schuld am Erstarken der
Neonazis. Die Touristen bleiben weg, und schuld sind die Überbringer
unangenehmer Botschaften.
Die Braunschweiger Zeitung berichtet über den Aufenthalt einer Jugendmannschaft aus Wolfenbüttel bei einem Fußballturnier in Zinnowitz auf der Insel Usedom.
Die jungen Kicker, insbesondere die türkischstämmigen Jugendlichen,
wurden von betrunkenen Rechtsradikalen mit ausländerfeindlichen
Sprüchen attackiert und geschlagen (siehe auch: Feiertag für rassistische Schläger).
Selbst die eintreffenden Polizisten wurden mit Neonazi-Sprüchen
empfangen. Die Ordnungshüter hatten für die angegriffenen Westdeutschen
einen guten Rat parat: "Beamte haben uns tatsächlich geraten, die Insel
so schnell wie möglich zu verlassen." Immerhin hat die Kripo
mittlerweile Ermittlungen wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.
Der Tagesspiegel bringt eine Reportage von Andrea Rehmsmeier aus Moskau über die verbotene Demonstration von Homosexuellen, die dann vom Mob zusammengeprügelt wurden.
Die Homosexuellen wurden als "Satanskinder" beschimpft, Sprechchöre
forderten: "Kinderschänder in die Gaskammer!" Vermeintliche Schwule
mussten um ihr Leben rennen.
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