start arrow report arrow Wieder Rassisten-Treffen in Moskau - "Weißes Forum 2007"
Europa / Rassismus / Rechtsextremisten
Wieder Rassisten-Treffen in Moskau - "Weißes Forum 2007" PDF Drucken E-Mail
mk   
05.09.2007
Moskau. Erneut hat in Russland eine Konferenz von Rechtsextremisten stattgefunden. Unter den Teilnehmern war auch der deutsche Rechtsterrorist Manfred Roeder.

Eingeladen hatte wieder die russische Zeitschrift "Атеней" (Athenäum). Bei dieser Konferenz zur "Zukunft der Weißen Welt" am 20. und 21. Juli 2007 waren u.a. die französischen Rechtsextremisten Guillaume Faye und Pierre Vial anwesend, ebenso David Duke, Anton Ratschew aus Bulgarien, der Spanier Enrique Ravello, der bretonische Nationalist Yann-Ber Tillenon, Kai Murros aus Finnland, Galina Losko aus der Ukraine, Pawel Tulajew und Wladimir Awdejew aus Russland, der deutsche Nationalbolschewist Constantin von Hoffmeister sowie Andrej Ignatjew, ein russischer Nationalbolschewist aus Kaliningrad.

Abgehalten wurde die Konferenz in den Räumlichkeiten der russischen Schriftsteller-Vereinigung in Moskau. Einem Beitrag auf der Athenäum-Webseite zufolge soll es zu hitzigen Debatten über den Vorschlag des Nationalbolschewisten Constantin von Hoffmeister gekommen sein, der eine Zusammenarbeit der europäischen Nationen mit dem Staat Israel als möglichem Verbündeten in einer anti-islamischen Front befürwortet. Vor allem vom Ex-KKK-Führer David Duke soll er dafür scharfe Kritik geerntet haben. Andere Delegierte - darunter der deutsche Rechtsterrorist Manfred Roeder - wollten statt der "Judenfrage" aktuell lieber ein "Programm für eine Pan-Arische Weiße Wiedergeburt" sowie eine europäisch-russische Allianz diskutiert wissen.

Einige Teilnehmer an der Konferenz - so Pierre Vial oder Enrique Ravello - widmen sich dem Thema Russland auch innerhalb der schwedischen "Kontinent Europa Stiftung". Auch Roeders Russland-Ambitionen sind nicht neu. Anfang der 90er verfolgte er mit seinem "Deutsch-Russischen Gemeinschaftswerk-Förderverein Nord-Ostpreußen" ein "Regermanisierungsprogramm" in der Kaliningrader Region. 1995 hatte er bei der Führungsakademie der Bundeswehr über die "Übersiedlung von Russlanddeutschen in den Raum Königsberg" referiert. Auch wurde bekannt, dass Roeder für seine Aktivitäten in Kaliningrad umfangreiche Sachmittel aus Bundeswehrbeständen erhalten hatte. In der Folge verhängten die russischen Behörden sowie die Gebietsverwaltung Kaliningrad gegen Roeder ein unbefristetes Einreiseverbot. Damit schien Roeders Treiben in Russland Einhalt geboten. Im März 2007 hatte sich Roeder mit weiteren Rechtsextremisten wie Jürgen Rieger, Thorsten Heise, Herbert Schweiger und Frank Rennicke an der Gründungsfeier einer "Deutsch-Russischen-Friedensbewegung Europäischen Geistes e.V." (DRFEG) mit Sitz in Arnstadt (Thüringen) beteiligt.

Brisanz erhält die Rassisten-Konferenz in den Räumen des russischen Schriftstellerverbandes auch durch aktuelle Entwicklungen in der Politik: Rund 80 Millionen Euro will die russische Regierung bis 2012 ausgeben, um nach Deutschland ausgewanderte Russlanddeutsche zur Rückkehr zu bewegen und gleichzeitig deren weitere Abwanderung zu stoppen.