| Rassismus | |||
| Bücher von Rudolf Steiner nicht indiziert |
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| redok | |
| 09.09.2007 | |
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Bonn. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat in ihrer Sitzung vom 6. September 2007 entschieden, die Bücher "Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie" und "Geisteswissenschaftliche Menschenkunde" von Rudolf Steiner nicht in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufzunehmen. Obwohl man die Auffassung teile, dass die vorgelegten Bücher Elemente aufweisen, die aus heutiger Sicht als rassistisch zu bewerten sind, wurde von einer Indizierung abgesehen, so die BPjM in der hauseigenen Presseerklärung.
Begründet wurde die Entscheidung mit der Zusicherung des Rudolf-Steiner-Verlages in Dornach (Schweiz), die Bücher innerhalb eines Zeitraums von einem halben bis spätestens einem Jahr durch eine kritisch kommentierte Neuauflage zu ersetzen. Als Sofortmaßnahme werde den bis dahin ausgelieferten Exemplaren ein "entsprechendes Beiblatt" beigefügt. Den Antrag auf Indizierung hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gestellt. Seit etwa Anfang der 90er Jahre steht Rudolf Steiner, Begründer der sogenannten Waldorfpädagogik, für seine Rassismen in der Kritik. Dem wird seitens der Steiner-Anhänger häufig entgegengesetzt, die inkriminierten Passagen seien aus dem "Gesamtzusammenhang" gerissen. Zudem sei Anthroposophie nicht Gegenstand des Unterrichts an der Waldorfschulen. Die Online-Ausgabe der anthroposophischen Zeitschrift info3 kommentiert die Entscheidung der BPjM, bei Steiner gebe es keinen "Rassismus" (Anführungszeichen im Original), "wohl aber einige nach heutigen Maßstäben diskriminierend wirkende Äußerungen". Das Fazit des Blattes: "Dieses Urteil ist ein Beitrag zur Würdigung der Person und des Werkes Steiners und trägt dazu bei, dass die überwältigend positiven Anregungen aus der Anthroposophie weiterhin voll wirksam sein können". |