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Tagesspiegel, taz
Im Blätterwald vom 06.06.2006 PDF Drucken E-Mail
redok   
06.06.2006
Heute aufgelesen: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, auf den Spuren von Fontane. Ein Historiker über den Historikerstreit, was von ihm blieb und die Zukunft des historischen Bewusstseins.

Auf Seite 3 des Tagesspiegel ist Verena Mayer externer Linkauf den Spuren Theodor Fontanes, der vor eineinhalb Jahrhunderten seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" unternahm. Heute liest sich das Ortsregister seiner Reisen "wie das Inhaltsverzeichnis aus einem Jahresbericht für Rechtsextremismus". In Rheinsberg haben einige Restaurants und das Tourismus-Büro für gegebenenfalls von Nazis gejagte Ausländer Schilder in die Fenster gestellt mit der Aufschrift: "Noteingang".

In der taz wird externer Linkder Historiker Ulrich Herbert zum Thema "20 Jahre Historikerstreit" interviewt. Ähnlich wie Götz Aly vor wenigen Tagen stellt Herbert fest, dass "der Holocaust zwar viel debattiert und gedeutet worden war, aber wenig erforscht". Nicht nur die Kohl-Regierung mit ihrem Wunsch nach einem positiveren Geschichtsbild bekommt ihr Fett ab, sondern auch die Link, die sich nicht mehr mit der NS-Vergangenheit auseinander setzte, sondern "'Faschismusanalyse' in der Tradition der kommunistischen Linken" betrieb. Dennoch wurde durch den Streit "schrittweise ein Konsens über die NS-Vergangenheit" erreicht; jetzt aber wird versucht, "ihm eine parallele Erzählung über deutsche Opfer entgegenzusetzen".