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NPD / Immobilien
Nach "Privatfeier" soll die NPD einziehen PDF Drucken E-Mail
redok   
01.10.2007
Rauen. Zu einer "privaten" Feier auf Einladung des NPD-Funktionärs Andreas Molau kamen am Samstag 150 Rechtsextreme auf das "Gut Johannesberg" in Rauen (Brandenburg). Obwohl Molau immer wieder betont hatte, dass er das Anwesen nicht für Partei-Zwecke nutzen wolle, will er es erst einmal vermieten - an den NPD-Landesverband Brandenburg.

Die Feier war vom Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) noch am Freitag verboten worden; Molau hatte daraufhin das Neonazi-Treffen zur einer Privatveranstaltung umdeklariert. Dass der Alt-Eigentümer, der die Immobilie mittlerweile an einen anderen Käufer veräußert hat, ihm eine Frist bis Samstag 12 Uhr zur Räumung des Geländes gesetzt hatte, störte Molau offenbar nicht. Der 83-jährige Eigentümer hatte das Landgericht Frankfurt (Oder) eingeschaltet und eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Räumung durchzusetzen.

Nach dem Verwaltungsgericht hatte auch das Landgericht die Molau-Fete für unzulässig erklärt und per einstweiliger Verfügung verboten, die sofortige Räumung war im Beschluss allerdings nicht enthalten. Am Samstag Mittag händigte eine Gerichtsvollzieherin den Beschluss des Landgerichts Frankfurt mit dem Feier-Verbot aus, doch die nunmehr als Privatfeier durchgeführte Versammlung gab zu Aktivitäten der mit starken Kräften in der Umgebung präsenten Polizei keinen Anlass.

Gegenüber den Medien sprach Molau, der von Klaus Beier (NPD-Chef Brandenburg) und Eckart Bräuniger (NPD-Chef Berlin) flankiert wurde, von seinen Plänen für das Landgut: Nicht nur mehr ein Waldorf-Landschulheim will er dort einrichten, für das er bereits "holländische Waldorfschul-Pädagogen" habe gewinnen können, auch ein Gestüt, ein Hofladen und die Bewirtschaftung der noch verpachteten Obstplantagen sollen es sein. Allerdings hat Molau dem Alt-Eigentümer bereits angeboten, sich vom Gut Johannesberg wieder zurückzuziehen - gegen 50.000 Euro Abstandszahlung für angeblich bereits in das Gut gesteckte Sanierungsarbeiten.

Doch erst einmal will Molau das Gut in vertraute Hände legen. Bereits seit einiger Zeit fungiert Bräuniger im Auftrage Molaus als Verwalter auf dem Gut, nun soll auch offiziell die NPD als Hausherr installiert werden: da er mit seiner Familie angesichts der unklaren rechtlichen Eigentumsfrage das Objekt "in den nächsten Monaten nicht nutzen kann", wird Molau nach eigenen Angaben das Gut Johannesberg "an den Landesverband der NPD-Brandenburg zur weiteren Nutzung vermieten".