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Im Blätterwald vom 09.06.2006 |
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redok
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09.06.2006 |
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Heute aufgelesen: Alltagsrassismus in der Provinz ist eine
verbreitete Landplage; die Bundesrepublik setzt im Osten mit der
Kasernierung von Asylbewerbern die Ausländerpolitik der DDR fort.
Im Freitag analysiert Beate Selders Rassismus als Alltagsphänomen, das nicht mehr nur von Randgruppen ausagiert wird.
Insbesondere die Provinz ist betroffen: "In den ländlichen Regionen bis
hinein in Klein- und Kreisstädte sind rechtsextreme Jugendcliquen
inzwischen Normalität." Dabei hat rassistische Gewalt wenig mit
Zugehörigkeiten zu Organisationen zu tun: "Nur fünf Prozent der Täter
sind in Kameradschaften oder der NPD organisiert, und nur weitere fünf
Prozent stehen dazu in Verbindung, stellt der Politologe Richard Stöss
fest. [...] Die meisten Überfälle finden spontan statt, selbst bei
Brandanschlägen gibt oft keine längeren Vorbereitungen." So wurde
rechte Gewalt oft als Kette von "Einzeltaten" begriffen und
verharmlost. Gerade in Ostdeutschland, dem Schwerpunkt rechter Gewalt,
lebt ein großer Teil der Ausländer als zugewiesene Asylbewerber in
Sammelunterkünften außerhalb der Städte: "Die viel kritisierte
Ausländerpolitik der DDR, die in der Kasernierung und der
ausdrücklichen Verweigerung von Integration bestand, wird im Ergebnis
nahtlos fortgeführt."
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