| NPD / Braune Waren / Vor Gericht | |||
| Ein Jahr Haft auf Bewährung für Heise |
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| redok | |
| 14.12.2007 | |
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Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise wegen Volksverhetzung zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Heise hatte nach Überzeugung der Richter in den Jahren 2001 und 2002 etwa 6.000 CDs mit Neonazi-Musik in Auftrag gegeben, um sie in Deutschland zu verkaufen.
Mit dem Urteil ist vorerst ein seit Jahren dauerndes Verfahren abgeschlossen, das bereits 2003 vor dem Amtsgericht Northeim (Niedersachsen) begann. Das Amtsgericht brauchte drei Anläufe, bevor es im Februar 2006 zu seinem Urteil zu einem Jahr auf Bewährung kam. Noch im Oktober dieses Jahres schien auch noch die Berufungsverhandlung beim Landgericht Göttingen zu platzen, doch das Landgericht bestätigte heute das erstinstanzliche Urteil. Zusätzlich zu der Freiheitsstrafe wurde Heise zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt: so viel habe Heise mit dem Vertrieb der CDs verdient, begründete das Gericht. Heise hatte behauptet, die CDs seien nicht für ihn bestimmt gewesen, sondern für einen Adressaten in Schweden. Sie seien lediglich durch ein Versehen bei seiner Bekannten in Göttingen gelandet. Das Gericht wies dies als "Fantasiegeschichte" zurück. Der zehnfach unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und Nötigung vorbestrafte Heise war niedersächsischer Landesvorsitzender der verbotenen neonazistischen "Freiheitlichen Arbeiterpartei" (FAP) gewesen und seit vielen Jahren eine Führungsfigur in der Kameradschaftsszene. Im September 2004 war er in die NPD eingetreten und bereits wenige Monate später in den Parteivorstand gewählt worden. Seit etwa zehn Jahren ist Heise in der rechtsextremen Musik-Szene aktiv. Er vertrieb schwerpunktmäßig Musik aus der Szene des internationalen Neonazi-Netzwerks "Blood & Honour" (Blut und Ehre). Zunächst betrieb er seine Geschäfte in Northeim, 2002 zog er mit seinen Firmen, dem Plattenlabel "WB Records" und dem "WB Versand" ins thüringische Fretterode (Eichsfeldkreis) um. Nach einer Razzia in seinen Gebäuden in Fretterode im Oktober droht ihm erneut ein Strafverfahren; bei der Durchsuchung waren neben CDs auch Kriegswaffen gefunden worden. |