| Neonazis | |||
| Horst-Wessel-Demo verboten |
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| redok | |
| 21.02.2008 | |
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Neunkirchen. Eine Neonazi-Demonstration im saarländischen Neunkirchen zur Verherrlichung des SA-Idols Horst Wessel ist vom Landratsamt verboten worden. 200 Teilnehmer hatte ein "Gedenkkomitee Horst Wessel" für den Aufmarsch am Samstag angemeldet, doch der Anmelder war für die Kreisbehörde gar nicht erreichbar.
Die Anmeldung der Demo kam per Fax aus Berlin, doch die näheren Umstände lassen die angekündigte Aktion dubios erscheinen: unter der angegebenen Adresse ist der angebliche Anmelder Thomas Beurer nicht gemeldet beziehungsweise ausfindig zu machen. Eine publikumswirksame öffentliche Mobilisierung zu einer derartigen Demonstration ist in einschlägigen Kreisen ebenso wenig wie ein "Gedenkkomitee Horst Wessel" auszumachen. Dennoch hat das Landratsamt gestern die für den Todestag des Nazi-Idols Horst Wessel angemeldete Demonstration untersagt. Zur Begründung hieß es, Wessel sei eine Symbolfigur des Nationalsozialismus. Der geplante Aufmarsch würde das "friedliche Zusammenleben und die öffentliche Ordnung" stören, so Landrat Rudolf Hinsberger (64, SPD) laut dem Blatt 20 cent Saar. Insbesondere könne das verbotene Horst-Wessel-Lied gesungen werden, das der NSDAP als Parteihymne diente. Heute wurde bekannt, dass der Laden "First Class Streatwear" in Neunkirchen voraussichtlich in Kürze schließen muss, der von örtlichen antifaschistischen Aktivisten als "Naziladen" bezeichnet wird. Demnach sollen in dem Geschäft einschlägige Textilien wie auch neonazistisches Propaganda-Material verkauft worden sein. Seit einigen Monaten hatten Antifa-Gruppen unter dem Motto "Kein Raum für Nazis" gegen den "rechten Lifestyle" mobil gemacht. Im Laden sollen seit Anfang Februar auch Flugblätter und Zeitschriften zum Gedenken an Wessel ausgelegen haben. Nun habe der Vermieter dem Ladenbetreiber gekündigt, heißt es. Ein Zusammenhang der Querelen um das Ladengeschäft mit der Demo-Anmeldung scheint daher möglich. |