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NPD / Vor Gericht
Vier Monate Haft für NPD-Landesvize PDF Drucken E-Mail
redok   
14.03.2008
Trier/Bernkastel-Kues. Zu vier Monaten Haft ohne Bewährung ist bereits im Dezember letzten Jahres der rheinland-pfälzische NPD-Landes-Vizechef Sascha Wagner verurteilt worden, wie heute bekannt wurde. Die Verurteilung wegen Vortäuschens einer Straftat ist noch nicht rechtskräftig, ein Termin für die Berufungsverhandlung steht noch nicht fest.

Der 35-jährige Wagner wurde laut einem Bericht des Trierischen Volksfreund vom Amtsgericht Bernkastel-Kues für schuldig befunden, einen Diebstahl angezeigt zu haben, den es aber offenbar nicht gab. Wagner hat Berufung gegen das Urteil eingelegt, die vom Landgericht Trier verhandelt werden wird.

Wagner, auch Landesgeschäftsführer der NPD, war in jüngerer Zeit vor allem im Zusammenhang mit angeblichen Immobiliengeschäften der NPD aufgefallen, so etwa in Altleiningen, in Morbach-Gonzerath, in Krottelbach (Landkreis Kusel) und in seinem Wohnort Dahn.

Die Verurteilung Wagners steht im Zusammenhang mit dem von der NPD als "Schinderhannes-Zentrum" bezeichneten alten Schulgebäude in Morbach-Gonzerath, das der Partei von dem damaligen Eigentümer zur Nutzung überlassen worden war. Anfang März 2007 hatten 2.000 Demonstranten in dem kleinen Ort gegen das NPD-Zentrum protestiert. Nachdem die Gemeinde von ihrem Rückkaufrecht Gebrauch gemacht hatte, war das Gebäude im April 2007 aus Sicherheitsgründen geschlossen und anschließend der Mietvertrag der NPD gekündigt worden. Anfang Mai 2007 war der Bau endgültig geräumt worden.

Zeitweise war Wagner in dem alten Schulbau mit zweitem Wohnsitz gemeldet. Im April 2007 hatte er einen Einbruch in das Gebäude angezeigt und dabei angegeben, dass auch ein Computer gestohlen worden sei. Bei den polizeilichen Ermittlungen hatte sich diese Angabe als nicht wahr herausgestellt. Als strafverschärfend wertete das Amtsgericht, dass Wagner vorbestraft ist, so unter anderem wegen Volksverhetzung und Körperverletzung.

Wagner (Jahrgang 1972) stammt aus Herzogenrath in der Aachener Region (NRW) und ist seit mehr als 15 Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv. Neben einer Karriere in der NPD und deren Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) war er auch im "Rechtsrock"-Gewerbe als Konzertveranstalter und Redakteur eines so genannten Fanzines (gedrucktes Magazin-Heft) tätig, das im Verlag des heutigen "Pro Köln"-Funktionärs Manfred Rouhs erschienen war.