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NPD / Neonazis / Rechte Gewalt
Zahlreiche Festnahmen bei Hass-Aufmarsch PDF Drucken E-Mail
redok   
12.04.2008
Stolberg. Bei einer Neonazi-Demonstration in Stolberg sind 31 Teilnehmer vorübergehend festgenommen worden. Die Demo hatte den Tod des 19-jährigen Kevin P. zum Vorwand genommen, um eine Hasskampagne gegen Migranten zu starten.

Etwa 800 Neonazis waren aus der ganzen Bundesrepublik angereist, um an der vom Hamburger Neonazi Christian Worch angemeldeten Demo teilzunehmen. Nach Polizeiangaben hatten die Festgenommenen durch Vermummungsversuche, Mitführen von gefährlichen Gegenständen und Waffen gegen versammlungsrechtliche Auflagen verstoßen. Eine Reihe von verbotenen Gegenständen wurde sichergestellt, dazu gehörten Zwillen, Messer, eine Axt, Quarzhandschuhe und Pfefferspraydosen. Gegen einen Versammlungsteilnehmer wurde ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet.

Beteiligt an dem Aufmarsch waren auch örtliche Funktionäre der NPD wie der Aachener Kreisvorsitzende Willibert Kunkel. Nach Angaben auf Neonazi-Internetseiten wurden während des Aufmarschs Parolen skandiert wie etwa "All Cops Are Bastards" (Alle Bullen sind Bastarde). Die Neonazis hätten versucht, Polizeiketten zu durchbrechen, worauf die Polizisten Tränengas und Pfefferspray eingesetzt hätten. Aus der Demonstration heraus seien Leuchtraketen und Feuerwerkskörper auf die Polizisten abgefeuert worden. Auf einer Kundgebung in der Nähe des Todesortes von Kevin P. hielten unter anderem der Dortmunder Neonazi Dennis Giemsch und der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer Reden.

Etwa 50 Bewohner des Stadtteils hatten sich zu einem Protest gegen die Nazi-Demo zusammengefunden. Laut einem Bericht einer Neonazi-Internetseite wurde der "Kanackengegendemo" unter anderem mit den Rufen gedroht: "Wir kriegen euch alle".