| Neonazis | |||
| Vergewaltigung als Vorwand für Nazi-Demo erfunden |
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| redok | |
| 05.09.2009 | |
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Berlin. Eine 19-jährige Berlinerin erwartet ein Strafverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat. Die junge Frau hatte behauptet, von zwei Ausländern vergewaltigt worden zu sein - noch am gleichen Tag hatte die Nazi-Kameradschaft "Frontbann 24" in Neukölln eine "Spontandemonstration" veranstaltet.
Gegenüber Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) gab die Frau nun zu, die Vergewaltigung erfunden zu haben. Die Polizei geht laut der Agentur ddp davon aus, dass es Kontakte zwischen ihr und der rechtsextremistischen Gruppierung gibt. Die 19-Jährige hatte angegeben, in der Nacht zum 27. August von zwei Ausländern in Britz vergewaltigt worden zu sein. Noch am selben Tag hatten Neonazis des "Frontbann 24" am Buckower Damm in Neukölln eine Demonstration abgehalten. Beteiligt haben sollen sich laut einem rechtsextremen Blog etwa 100 "zivilcouragierte Bürger" aus den Reihen des "Frontbann 24", so genannte "Freie Nationalisten", der NPD-Jugend sowie ein DVU-Aktivist. Vor drei Wochen hatte die Berliner Polizei elf Wohnungen von "Frontbann 24"-Mitgliedern durchsucht; der Schwerpunkt der Razzien lag im Ortsteil Oberschöneweide. Elf Männer und eine Frau sollen bei verschiedenen öffentlichen Versammlungen Uniformteile und Abzeichen des "Frontbann 24" getragen und damit gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben. Die Gruppe ist als erste nennenswerte Neonazi-Kameradschaft in Berlin seit den Verboten der "Kameradschaft Tor" und der "Berliner Alternative Süd-Ost" (BASO) im Jahr 2005 in Erscheinung getreten. Angeblich verfügt der "Frontbann 24" über Ortsgruppen in den Berliner Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Neukölln. Ihre Bezeichnung hat die Gruppe von einer zeitweisen Ersatzorganisation der SA entlehnt, die im Jahr 1924 unter Führung von Ernst Röhm gegründet worden war. Sie hatte sich Ende 2008 vor allem aus abtrünnigen NPD-Mitgliedern in den östlichen Stadtbezirken gebildet. Am heutigen Samstag will der "Frontbann 24" am S-Bahnhof Lichtenberg eine Kundgebung gegen einen "Hanfladen" in der Nähe einer Schule abhalten. Bereits seit Wochen wird über ein kommendes Verbot des "Frontbann 24" durch den Innensenator spekuliert. |