| NPD / Zeitgeschichte / Antisemitismus | |||
| Anschluss gesucht |
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| redok | |
| 09.11.2009 | |
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Berlin. Anschluss an DDR-Ostalgie sucht der NPD-Vorsitzende Udo Voigt in einem aktuellen Kommentar zum Jahrestag der Grenzöffnung am 9. November 1989. Gleichlautend mit orthodox-kommunistischen Organen spricht Voigt von einem "Anschluß der DDR an die BRD", der kein Grund zum Feiern sei.
Der Fall der Mauer sei "Beginn der Übernahme der EX-DDR von der BRD" gewesen, so Voigt, dessen aus dem Westen stammende Partei ihre Zentrale im Ostberliner Stadtteil Köpenick betreibt. Damit sei die DDR "unter Kontrolle der von den drei Westmächten kontrollierten BRD" gekommen, denn auch nach der Wiedervereinigung habe das "Zwei-Plus-Vier-Abkommen" die vergrößerte BRD "auch weiter insbesonders unter der Kontrolle der USA gestellt" (Fehler im Original). Regieren würden "Kollaborateure" die BRD " zum Gefallen der alliierten Sieger und des Zentralrates der Juden". Abgesehen von diesem offen antisemitischen Deutungsmuster, bedient sich Voigt damit ähnlicher Schlagworte wie DDR-Nostalgiker und ehemalige DDR-Funktionäre, die den Rechtsextremisten in einigen Punkten durchaus Anschluss-Positionen bieten. In einer Rede beim "24. Grenzertreffen in Petershagen bei Berlin" hatte der kurzzeitige Generalsekretär der SED Egon Krenz vor zwei Wochen ausgeführt, wie das Ende der DDR das Ergebnis einer amerikanischen Operation gewesen sei. Noch bevor der frühere US-Präsident George Bush sen. vereidigt worden war, habe der damalige SED-Chef Erich Honecker "aus den USA eine geheime Nachricht" erhalten. In dem "Geheimpapier" sei auch die bevorstehende Ernennung von Vernon A. Walters zum neuen US-Botschafter in Bonn angekündigt worden. Walters habe wiederum dem westdeutschen CDU-Politiker Wolfgang Schäuble schon im Frühjahr 1989 gesagt, dass die deutsche Einheit unmittelbar bevorstünde. "Eine solche Prognose konnte nur machen, wer den Plan dazu genau kannte", so die Krenz-Interpretation der Ami-Verschwörung gegen den "antifaschistischen Schutzwall" (DDR-Jargon für die Mauer). Auch in anderen Fragen kann Krenz der NPD Argumente für eine Geschichtsdeutung eigener Art liefern. Nach der Verabschiedung der Notstandsgesetze in der BRD habe die DDR "entsprechende Maßnahmen getroffen", darunter "auch – wie international für den Kriegsfall üblich – Internierungs- und Isolierungslager". Diese Lager seien "nur für den Kriegsfall, den es glücklicherweise nie gegeben hat", geplant gewesen. Den Verweis auf "internationale Üblichkeit" dürften NPD-Ideologen mit Interesse lesen, bietet sich damit doch eine interessante Rechtfertigung für die NS-Konzentrationslager an. Das rechtsextreme Internet-Lexikon "Metapedia" hat das bereits begriffen, denn unter dem Stichwort "Deutsche Konzentrationslager" heißt es dort: "Juden wurden nach den jüdischen Kriegserklärungen ebenso in Lagern interniert und zur Zwangsarbeit verpflichtet, wie das auch in anderen Ländern mit Kriegsgegnern der Fall war." |