| Neonazis / Rechte Gewalt | |||
| Durchsuchung bei "Freien Kräften" |
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| redok | |||
| 19.11.2009 | |||
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Homberg. Wohnungen von Mitgliedern der neonazistischen "Freien Kräfte Schwalm-Eder" wurden am gestrigen Mittwoch von der Polizei durchsucht. Anlass war ein Angriff auf zwei Besucher und den Wirt einer Musikkneipe.
Der Angriff hatte im nordhessischen Schwalmstadt-Treysa am 27. September stattgefunden. Vor einer Kneipe, die als Treffpunkt von Linken bekannt ist, hatten sich nach Angaben der Opfer acht Neonazis aufgehalten. Als ein 23-Jähriger das Lokal verließ, wurde er zusammengeschlagen. Auch der 38-jährige Wirt und ein 32-jähriger Gast, die dem Opfer zu Hilfe eilten, bekamen Schläge und Tritte gegen Brust und Kopf. Bei den gestrigen Durchsuchungen wurde als Beweismaterial unter anderem Baseballschläger sichergestellt. Darüber hinaus fanden die Beamten indizierte Musik-CDs, szenetypische Kleidungsstücke, eine Hakenkreuzfahne sowie eine Fahne mit dem Schriftzug "Meine Ehre heißt Treue" und Totenkopf.
Die "Freien Kräfte Schwalm-Eder" (FKSE) hatten im Juli 2008 durch den brutalen Angriff auf ein linkes Sommercamp Schlagzeilen gemacht, bei dem ein 13-jähriges Mädchen mit einem Klappspaten schwer verletzt worden war. Der wegen des Angriffs angeklagte Kevin S. war deswegen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. In einem weiteren Prozess wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung war er ebenfalls zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die mit der ersten Strafe zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren zusammengefasst wurde. Ein weiterer Angeklagter musste für eineinhalb Jahre hinter Gitter; zwei weitere Mittäter kamen mit Bewährungsstrafen davon. In den letzten Wochen war es trotz dieser bereits verhängten Strafen weiter zu Übergriffen durch Mitglieder der FKSE gekommen. Erst am vergangenen Wochenende hatten Neonazis der "Freien Kräfte Schwalm-Eder" bei einer Dorfkirmes Polizeibeamte angegriffen. Ein 19-jähriger FKSE-Mann sollte vier Besucher der Kirmes grundlos angegriffen haben. Als ein Polizist dem "enorm aggressiv" reagierenden Neonazi Handschellen anlegen wollte, hatte ein bis dahin im Hintergrund lauernder 17-jähriger Neonazi den Polizisten "aus vollem Lauf" unter das Kinn getreten. Er musste mit gebrochenem Jochbein und Kiefer in eine Spezialklinik gebracht werden. Rund 15 Umstehende hatten versucht, den zuerst Festgenommenen zu befreien. Ein weiterer Beamter erhielt dabei nach Polizeiangaben eine "schwere Prellung mit Lähmungserscheinungen an einem Arm". Gegen mehrere FKSE-Mitglieder wird derzeit wegen Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und des Verdachts der Gefangenenbefreiung ermittelt. |
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