| Rechtsextremisten / Vor Gericht | |||
| Untreuer Schatzmeister |
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| redok | |
| 05.10.2007 | |
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Stuttgart. Zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung hat das Landgericht Stuttgart Nikolaus Holzner, den früheren Landesschatzmeister der "Republikaner" Baden-Württemberg, wegen Untreue verurteilt. Holzner hatte vor Jahren 60.000 Euro aus der Parteikasse abgezweigt und für private Zwecke verwendet. Im Ulmer Ortsverband der "Kameradschaft der Feldjäger e.V." darf er zwar nicht die Kasse führen, ist dafür aber erst vor wenigen Monaten zum Vorsitzenden gewählt worden.
Bereits im Juli 2001 war Holzners Finanzgebaren aufgefallen. Von seinem Amt als Schatzmeister trat er zurück und verließ die Partei, für die er im Ulmer Stadtrat saß. Doch offenbar war Holzner nicht allein das schwarze Schaf, zumindest beschuldigte eine anonyme Strafanzeige die gesamte Landesführung der Unterschlagung. Im November 2001 entdeckte die Bundespartei, dass für Überweisungen des Landesverbandes in sechsstelliger Höhe keine Belege aufzufinden waren. Anfang 2002 leitete die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren gegen den Landesvorstand ein, dann enthob der REP-Bundesvorstand um Rolf Schlierer den Landesvorsitzenden Christian Käs seines Postens. Auch Käs, der als schärfster Schlierer-Kritiker und -Konkurrent galt, kehrte der Partei den Rücken. Die baden-württembergischen REP stellen sich nun als Geschädigte und Opfer Holzners dar, dem sie eine "zivilrechtliche Schadensersatzklage" angekündigt haben. Die Begründung des aktuellen Landesvorsitzenden Ulrich Deuschle klingt eigenwillig: "Die rechtsstaatliche Aufarbeitung dieses Falles ist in unserem Interesse, da die Partei und ihre Mitglieder die Geschädigten sind" - augenscheinlich wird Rechtsstaatlichkeit vor allem akzeptiert, wenn sie zum eigenen Vorteil gereicht. Das Stuttgarter Landgericht nahm sich jetzt in seiner Urteilsbegründung allerdings nicht nur Holzner vor, sondern teilte auch gegen die Parteiführung aus: Von einer "Selbstbedienungsmentalität der gesamten Führungsspitze der Republikaner" war da die Rede. Ganz ohne Vereinsleben mag Nikolaus Holzner offenbar nicht auskommen. Der Ulmer Ortsverband der "Kameradschaft der Feldjäger e.V." wählte ihn erst im Februar 2007 für zwei Jahre zum 1. Vorsitzenden. |